Denkmal am Pferdemarkt ist zum Teil zusammengefallen:

Kutscherhaus wackelt in seinen Grundfesten

Einsturzgefährdet war es ohnehin schon. Die Bauarbeiten rundherum haben dem Kutscherhaus am Pferdemarkt aber den Rest gegeben. Der Regenbogen-Verein will das Haus wieder aufbauen. Dafür ist Unterstützung nötig.

Ralf Kuschke leistet beim Regenbogen-Verein gemeinnützige Stunden. Er hilft, die Steine des eingestürzten Stalls zu bergen, damit sie wiederverwendet werden können.
Anke Brauns Ralf Kuschke leistet beim Regenbogen-Verein gemeinnützige Stunden. Er hilft, die Steine des eingestürzten Stalls zu bergen, damit sie wiederverwendet werden können.

Die Pferde und Kutschen stehen im Regen, nur der Kutscher hat noch ein Dach über dem Kopf. Das ist aber auch schon sehr löchrig und seine ganze Bude äußerst marode. Wer vor dem ehemaligen Kutscherhaus hinter der Villa am Pferdemarkt 1 steht, muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass es um dieses Gebäude nicht gut bestellt ist. Das früher mit Efeu umrankte türmchenähnliche Haus steht zwar noch aufrecht, aber der dazugehörige Stall-Teil ist vor kurzem zusammengefallen.

Abriss ist beantragt und wird auch genehmigt

„Es war eigentlich schon einsturzgefährdet, als wir es mit der Villa gekauft haben“, sagt René Haack vom Regenbogen-Verein. Die Bauarbeiten rings um den Pferdemarkt haben dem flacheren Teil des Gebäudes nun wohl den Rest gegeben. Der Abriss des Denkmals ist beantragt und wird auch genehmigt, wie Stadt-Denkmalpfleger Harry Schulz auf Nachfrage sagt. „Aber eigentlich wollen wir das gar nicht, das wäre sehr schade für das Gebäudeensemble“, so René Haack.

Sanierung zwar aufwendig, aber möglich

Das Kutscherhaus wurde um 1867 durch Zimmermeister Klinck erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete lange Zeit eine Polsterei in dem Gebäude. Ab 1987 nutzte es zum Teil noch die Kunstsammlung bis zu ihrem Auszug 2002, seitdem verfällt es. Eine Zimmerei habe eingeschätzt, dass eine Sanierung zwar aufwendig, aber möglich sei, sagt René Haack. „Deshalb sortieren wir die doppelt gebrannten Lehmziegel, denn wir wollen das Gebäude gern wieder aufbauen“, erklärt der Vorsitzende.

Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung sei beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege gestellt. Ohne Hilfe könne der Verein, der schon mit der Villa selbst eine große Herausforderung angenommen hat, das Kutscherhaus nicht retten. In dem Gebäude ist eine Werkstatt für straffällig gewordene Jugendliche geplant, die der Verein betreut, aber auch für Behinderte, die sich dort außerhalb einer Behindertenwerkstatt ausprobieren können. Der Regenbogen-Verein hofft nun auf Unterstützer für das Projekt. „Vielleicht gibt es Zimmereien, die das zusammen mit uns in Angriff nehmen wollen“, sagt René Haack.

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