Vandalen hausen in Gartenanlage:

Laubenbesitzer verzweifeln an Einbruchs-Serie

Schon wieder suchen Kriminelle Kleingärten in Neubrandenburg heim. Die Gärtner wissen nicht mehr, wie sie ihren Besitz noch sichern sollen. Die Verzweiflung wächst.

Bei Hugo Nehring verstreuten Einbrecher die Habseligkeiten im ganzen Gartenhaus.
Marcel May Bei Hugo Nehring verstreuten Einbrecher die Habseligkeiten im ganzen Gartenhaus.

Hugo Nehring hatte sich auf einen gemütlichen Abend in seinem Kleingarten in der Anlage Am Forsthaus gefreut. Der 65-Jährige öffnete gerade das Eingangstor, als er Stimmen aus der Nachbarlaube hörte. Er war sofort alarmiert: Schon häufiger stiegen Vandalen in die Gartenanlage ein und verwüsteten das Eigentum der Kleingärtner. „Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht! Acht Jugendliche waren in die Laube meines Freundes Hans Lewandowski eingestiegen und vergnügten sich dort.“ Sofort rief der aufgeregte Rentner die Polizei und wartete. Währenddessen flüchteten die Jugendlichen.

Zurück ließen sie eine Spur der Verwüstung. Scherben, aufgerissene Schranktüren, zerfetzte Kleidungsstücke. Aus einer anderen Laube schleppten sie sogar eine Couch heraus und stellten sie in Lewandowskis Gartenhaus.

Höhepunkt der Dreistigkeit: Täter "korrigierten" Einbruchs-Zahl

Den Gärtnern ist längst jede Lust an der Gartenarbeit vergangen. „Kaum hat man etwas repariert, wird es schon wieder zerstört“, seufzt Brigitte Euthien, die eine Laube für ihre Tochter bewirtschaftet. Alleine im vorigen Jahr wurden Hugo Nehring drei Rasenmäher, Bänke und Tische geklaut. Auch in seiner Laube zeigt er das Chaos. Vom Höhepunkt der Dreistigkeit erzählt Lewandowski. „Ich hatte einen Zettel an meinem Gartenhaus befestigt. ,Einbruch lohnt nicht, denn hier wurde schon sieben Mal eingebrochen‘.“ Als er wieder vorbei schaut, hat jemand die Sieben in eine Acht „ausgebessert“...

Hintergrund der gezielten Zerstörungen ist der Streit um die immer wieder verschobene Umgehungsstraße. Schon 2003 sollte sie gebaut werden. Dafür hätten die Gärten Am Forsthaus weg müssen. Mit dem sicheren Wissen, dass die Lauben ohnehin nicht bleiben, bedienten sich Kriminelle an den Anlagen. Und mindern damit den Wert der Gärten.

Versicherung empfiehlt nur, bessere Schlösser zu befestigen

Die betroffenen Gartenbesitzer quält die Angst vor weiterer Randale. Denn es kann jeden Tag wieder passieren, dass Fremde sich an ihrem Besitz zu schaffen machen – oder ihn sogar anzünden. Von der Polizei fühlen sich die Rentner im Stich gelassen. „Wir fordern eine gezielte Patrouille, um die Jugendlichen abzuschrecken“, so Nehring. Die zahlreichen Einbrüche entmutigen die Rentner, jeden einzelnen Diebstahl zur Anzeige zu bringen. Auch die Versicherung empfiehlt den Besitzern nur, bessere Schlösser zu befestigen. Doch das nutzt nichts. Die Einbrecher hebeln die Schlösser einfach auf. Lewandowski deprimiert vor allem, dass sein früher so sauberer und wertvoller Garten den Angriffen der Kriminellen derart schutzlos ausgeliefert ist.

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