Kritik an Bau der Straßenbeleuchtung:

Licht brennt, doch Ärger bleibt

Lampen gegen Windräder? In Wolkow gibt‘s Kritik, die Gemeinde weist die zurück.

Schicke neue Straßenlaternen hat Wolkow. Manche Einwohner mutmaßen, dass sie dafür mehr Windräder vor der Haustür bekommen. 
Caroline Kern Schicke neue Straßenlaternen hat Wolkow. Manche Einwohner mutmaßen, dass sie dafür mehr Windräder vor der Haustür bekommen. 

Nachdem die Wolkower jahrelang mit einer defekten Straßenbeleuchtung leben mussten, stehen jetzt schicke neue Lampen im Dorf. Geblieben ist bei einigen Einwohnern der Beigeschmack, die neue Beleuchtung könnte teuer erkauft sein – damit, dass nun noch zwei weitere Windräder am Ortsrand entstehen.

Zur jüngsten Gemeindevertretersitzung hatten sich noch einmal einige Wolkower aufgemacht. Ihr Vorwurf: Der Investor im Windeignungsgebiet habe die Straßenbeleuchtung gesponsert. Im Gegenzug habe die Gemeindevertretung zugestimmt, eine sogenannte Grunddienstbarkeit für ein Grundstück einzutragen. Die wiederum sei Voraussetzung für den Bau weiterer Windkraftanlagen, zusätzlich zu den 15, die schon in Ortsnähe stehen.

Richtig ist, dass die Gemeindevertretung die Eintragung der Grunddienstbarkeit mehrheitlich beschlossen hat. Das sei ein ganz normaler Vorgang, sagt Claudia Ellgoth, Fachbereichsleiterin Bau-, Ordnungs- und Sozialamt in Altentreptow. „Und dass für eine solche Grunddienstbarkeit Geld gezahlt wird, ist auch das Normalste der Welt“, betont sie. Auch in diesem Fall sei Geld entrichtet worden und die Gemeinde habe sich gesagt, „wir setzen dieses Geld für die Leute ein, die die Windkraftanlagen vor der Tür haben, also für die Straßenbeleuchtung in Wolkow“, erklärt sie.

Es handle sich hier nicht um eine Spende, sondern um eine vertraglich vereinbarte Zahlung. Der Bau der Straßenbeleuchtung sei ordnungsgemäß ausgeschrieben worden. Die Bürgermeisterin habe zur Vergabe Anfang Oktober eine Dringlichkeitsentscheidung getroffen, die die Gemeindevertreter hinterher genehmigten, so Claudia Ellgoth. Auch daran haben Wolkower Zweifel. Unter anderem, weil der Investor im Windeignungsgebiet mit seiner Baufirma auch die Straßenbeleuchtung errichtet habe. Gebaut worden sei zudem schon im Spätsommer, noch vor der Vergabe, meinte der Wolkower Tino Höntsch.

Welchen Betrag der Investor für die Grunddienstbarkeit an die Gemeinde gezahlt hat, sagte Bürgermeisterin Beatrix Papke nicht, als die Wolkowerin Denise Diederich in der Sitzung danach fragte. Solche Vertragskonditionen könne man nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, begründete sie.

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