Konsequenzen nach Überfall auf Pizzaboten?:

Lieferdienste bleiben gelassen

Ein Pizza-Fahrer hat sich erfolgreich gegen drei Angreifer zur Wehr gesetzt, die ihn ausrauben wollen, teilte die Polizei vor einigen Tagen mit. Wie gefährlich ist dieser Job eigentlich in Neubrandenburg? Der Nordkurier fragte bei den großen Anbietern nach.

In Neubrandenburg schicken mehrere Lieferdienste ihre Pizzaboten los. Nach einem Überfall sieht kein Anbieter Grund zur Panik, doch zumindest ein Unternehmen hat Konsequenzen gezogen.
© Kzenon - Fotolia.com In Neubrandenburg schicken mehrere Lieferdienste ihre Pizzaboten los. Nach einem Überfall sieht kein Anbieter Grund zur Panik, doch zumindest ein Unternehmen hat Konsequenzen gezogen.

„Ich lasse junge Mädchen spät abends nicht mehr fahren“, sagt Dana Langkabel, Chefin von „Joey‘s“-Pizzaservice. Schon öfter habe es Vorfälle beim Ausfahren von Pizzen und Co gegeben. Jetzt seien ihre Fahrer, immerhin 45 an der Zahl, nur noch mit wenig Wechselgeld unterwegs. Das lohne sich für potenzielle Kriminelle dann nicht besonders. „Joey‘s“-Inhaberin Dana Langkabel hält dies für eine gute Vorsichtsmaßnahme.

Ein Bote hatte zuletzt in der Oststadt drei Angreifer in die Flucht schlagen können. Nachdem der 19-Jährige seine Ware ausgeliefert hatte und auf dem Rückweg zum Auto war, hatten ihm drei Männer  aufgelauert und Geld gefordert. Der Bote konnte sich aber tatkräftig zur Wehr setzen und die Angreifer mit gezielten Faustschlägen verjagen.

Solche Übergriffe hat Kay Wendler, Chef von Neubrandenburgs erstem Pizza-Dienst „NB-Pizzaservice“, in fast 20 Jahren Firmenexistenz noch nicht oft erlebt. Beim ältesten Pizzadienst Neubrandenburgs sind zehn Fahrer beschäftigt, darunter eine Frau – die auch abends fährt. Kay Wendler hält die Arbeit seiner Mitarbeiter nicht unbedingt für kreuzgefährlich, aber Obacht sei schon geboten. Eine konkrete Bedrohung für die Fahrer könne er allerdings nicht ausmachen, räumt der Chef ein.

Ähnlich sieht es Uwe Pioch vom Pizzaservice „Pronto! bringt‘s“, mit Sitz am Güterbahnhof in Neubrandenburg. Auch Frauen würden sich abends hinters Steuer setzen und Pizza ausfahren. Das passiert aber nicht mitten in der Nacht, wie der Chef betont. Bei „Pronto“ ist um 23 Uhr Annahmeschluss, danach würde es sich einfach nicht mehr lohnen, sagt er.

Wie der Arbeitsalltag eines Pizzaboten so aussieht, davon kann Shfan Raschid, Chef von „Call a Pizza“ in Neubrandenburg, ein Lied singen. Denn er war selbst mal einer in Berlin. Raschid behauptet für seine Mitarbeiter in Neubrandenburg: „Ich passe auf meine Fahrer auf.“ In der Vergangenheit wisse er von einem Vorfall, aber ansonsten sei Neubrandenburg ein sicheres Pflaster. Er achte aber darauf, sofern es sich einrichten lässt, dass Frauen bestimmte Touren zu bestimmten Uhrzeiten nicht unbedingt fahren.

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