Häusliche Gewalt:

Männer verbergen oft ihre Opferrolle

Frauen leiden zwar häufiger unter einem gewalttätigen Partner, aber auch Männer sehen sich häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Mit Fäusten oder sogar mit Gegenständen: Männer sollten nicht die Schuld auf sich nehmen, wenn Frauen ihnen gegenüber handgreiflich werden. Am besten sollten sie sich Hilfe holen.
Bodo Marks Mit Fäusten oder sogar mit Gegenständen: Männer sollten nicht die Schuld auf sich nehmen, wenn Frauen ihnen gegenüber handgreiflich werden. Am besten sollten sie sich Hilfe holen.

„Ich bin doch kein Weichei, keine Memme und kein Loser, der zugibt, dass ihm seine Frau ein paar eingeschwenkt hat.“ Das ist meist die „Denke“ von Männern, wenn es um häusliche Gewalt geht, unter der bisweilen auch das „starke Geschlecht“ leiden muss, berichtet Carola Götze von der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking in Neubrandenburg. Und dennoch: In diesem September hatte sie schon zwei Fälle, bei denen sich Männer an ihre Stelle wandten und um Hilfe baten. Die Folge: Die Frauen, von denen die Gewalt ausging, erhielten sogenannte Wegweisungen und Betretungsverbote. Das heißt, sie wurden von Amts wegen aus den Wohnungen geworfen.

Nach wie vor wesentlich häufiger machen sich allerdings Männer der Gewalt gegen ihre Partnerinnen schuldig. Darin stimmen die Mitglieder des „Regionalen Arbeitskreises häusliche und sexualisierte Gewalt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte“ überein. Einig sind sich die Vertreter aus Neubrandenburg, Waren und Demmin ebenfalls darüber, dass nach wie vor nur die „Spitze des Eisberges“ ans Tageslicht kommt. Auch darum bieten sie wieder ein großes Telefonforum an, bei dem alle Betroffenen fragen können, Hilfe und Unterstützung finden. Dieses Forum findet am Freitag, dem 2. Oktober, statt. Das ist der Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit.

Diese Rufnummern können am 2. Oktober von 10 bis 13 Uhr angerufen werden

0395 5584384 – Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt
0395 7768725 – Kinder- und Jugendberatung
0395 7782640 – Frauen- und Kinderschutzhaus
0395 5706661 – Betroffene sexualisierter Gewalt
0395 4224644 – Gewaltberatung für Männer und Frauen

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Kommentare (1)

Das Schwierigste an Beziehungen ist diese zu beenden. Häusliche (physische) Gewalt ist eine hilflose Reaktion auf das Bemerken, dass die Beziehung gescheitert ist. Ebenso hilflos ist der- oder diejenige, die diese Gewalt aushalten, in der unerfüllten Hoffnung, die Beziehung zu retten. Nach dem ersten Gewaltausbruch sollten beide Noch-Partner eine kurz- oder längerfristige Trennung vollziehen. Jeder muss sich die Chance geben, in Ruhe und mit Abstand in sich selbst zu schauen. Dies hilft beiden mehr als ein Aussöhnungspalaver.