:

„Man muss doch Kinder und Frauen schützen“

Die Debatte um den Abriss einer  Treppe auf dem Datzeberg nimmt weiter ihren Lauf. Während einige Anwohner keine Gefahr für Leib und Leben sehen, fürchten andere Übergriffe.

Ulrike Kapahnke (30) aus Neubrandenburg nimmt mit Vorliebe die verschlungene Treppe Richtung Atelierstraße auf dem Datzeberg. Allerdings stören sie im Herbst das viele Laub und auch der Unrat auf und an den Treppen. Foto: P. Jasmer
Paulina Jasmer Ulrike Kapahnke (30) aus Neubrandenburg nimmt mit Vorliebe die verschlungene Treppe Richtung Atelierstraße auf dem Datzeberg. Allerdings stören sie im Herbst das viele Laub und auch der Unrat auf und an den Treppen.

Glücklicherweise ist ihr bisher nichts passiert. Niemand hat ihr aufgelauert. Christine Dworaczek ist darüber erleichtert. Aber vielleicht liegt dieses Glück auch darin begründet, dass sie bis dato kaum diese verschlungene Treppe in Richtung der Atelierstraße auf dem Datzeberg nutzt. So wie viele andere auch nicht.

Diese besagte Treppe soll nun saniert werden, obwohl eine Zählung des Datzeberger Stadteilbüros ergeben hat, dass die Leute eher die Treppe zum Utkiek bevorzugen. Doch die soll abgerissen werden (der Nordkurier berichtete) –  zum Verdruss vieler Datzeberger.

Auch der Neubrandenburgerin Christine Dworaczek ist der Plan ein Rätsel. Sie ist selbst Fußgängerin und Radfahrerin und nutzt, wenn es irgend geht, die Treppe Richtung der Atelierstraße. „Die ist übersichtlich“, begründet sie, die andere Treppe hingegen sei „schon am Tage unheimlich“, fügt sie hinzu. Außerdem sei diese gruselige Treppe, die sich um Kurven schlängelt, rechts und links stark zugewachsen und damit wenig vertrauenerweckend. Da könne es schon einmal rascheln und man wisse nicht, was sich dahinter verbirgt – im Dunkeln ganz zu schweigen. Da bekomme man es mit der Angst zu tun. „Man muss doch Frauen und Kinder schützen“, fordert Christine Dworaczek.

Polizei: Kein Verbrechensschwerpunkt

Verena Splettstößer, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion (PI) Neubrandenburg, beruhigt jedoch auf Nordkurier-Nachfrage: Die Polizei könne im Bereich der Atelierstraße keine Schwerpunkte an Straftaten ausmachen. Im Jahr 2012 habe es sieben Vorfälle gegeben, die sich in diesem Bereich ereignet haben, aber nicht zwangsläufig mit der Treppe im Zusammenhang stünden, betont sie. Bei diesen sieben Delikten würde es sich beispielsweise um Fahrrad- und Buntmetalldiebstahl, um Betrug oder aber um Pyrotechnik im Briefkasten handeln, sagt Verena Splettstößer. Demnach sei dieser Ort für die Polizei „definitiv“ kein Platz, an dem vermehrt Übergriffe registriert würden.

Diese Statistik kann die 30-jährige Datzebergerin Ulrike Kapahnke nur bestätigen. Sie gehört sogar zu denjenigen, die sich bewusst für die verschlungene Treppe entscheiden. „Die andere ist mir einfach zu steil“, erklärt sie. Angst habe sie dabei jedoch nicht. Sie habe immer ein Licht dabei und auch die Laternen würden stets genügend Helligkeit spenden. Wenn es um Gefahr bei Dunkelheit geht, würde auch die Treppe Richtung Utkiek Schwächen aufweisen. „Wenn man oben angekommen ist, gibt es auch kein Licht und dort ist ebenfalls Gestrüpp“, fügt Kapahnke hinzu.

Bei der Stadtvertretersitzung am  Donnerstag soll über die Sanierung der Treppe und die damit verbundenen Kosten diskutiert werden.

Kommentare (1)

Ich verstehe noch nicht ganz, wieso die Treppe zur Atelierstraße bleiben soll. Sie wird nicht oft genutzt. Vorallem führt eine Treppe von der alten Brauerei , über den Abenteuerspielplatz zur Atelierstraße. Die Treppe zum Utkiek wird von den Leuten die Richtung Sandkrug . Indoorspielplatz und Gärten kommen genutzt. Die Treppe Atelierstraße liegt mitten drinne....macht aber für die Leute aus Richtung Sandkrug , die linksseitig der Zastrow-Str. gehen wollen kein sinn , da es ein Umweg wäre. Vielleicht kann mir einer die Logik des Abrißvorhabens mal erklären...oder muß man das nicht verstehen? lg astrid vom datzeberg