Teures Pflaster im Norden:

Markthändler sind sauer auf Rathaus

Die Standgebühren für die Wochenmarkthändler sollen in Neubrandenburg zum Januar um 30 Prozent steigen. Die Händler monieren nicht nur diese Erhöhung, sondern vor allem, dass niemand vorher mit ihnen gesprochen hat.

Dieter Wein, Siegfried Müller und Leif-Dario Budé (von links) verkaufen übers Jahr ihre Waren auf dem Neubrandenburger Wochenmarkt. Derzeit betreiben sie ihre Stände täglich auf dem Weberglockenmarkt. 
Andreas Segeth Dieter Wein, Siegfried Müller und Leif-Dario Budé (von links) verkaufen übers Jahr ihre Waren auf dem Neubrandenburger Wochenmarkt. Derzeit betreiben sie ihre Stände täglich auf dem Weberglockenmarkt. 

Harte Arbeitsbedingungen, zurück gehende Umsätze und nun auch noch das. Die Stadtvertretung Neubrandenburg könnte am Donnerstag beschließen, die Standgebühren für Markthändler von 4 Euro auf 5,20 pro laufendem Meter Standlänge anzuheben – das ist immerhin eine Erhöhung um 30 Prozent. „Diese Erhöhung ist für die meisten von uns ein großes Problem“, macht Leif-Dario Budé, der seit vielen Jahren in Neubrandenburg seinen Stand aufbaut, deutlich. Noch schlimmer aber sei, dass man nur zufällig davon erfahren habe. Niemand von der Stadtverwaltung oder Stadtvertretung habe vorher das Gespräch mit den Händlern gesucht, schimpft er.

Damit sei Neubrandenburg mit das teuerste Pflaster im Norden. In Greifswald und Anklam, wo Budé seine Waren auch anbietet, sei es preiswerter. Nur in Waren bezahle er mehr, allerdings gebe es dort auch unterschiedliche Sommer- und Winterpreise.

Bevor die Stadtvertreter am Donnerstag über die Vorlage abstimmen, haben nur die Mitglieder des Finanzausschusses vorab darüber diskutiert. Dort wurde sie allerdings ohne große Diskussion durchgewinkt. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Verwaltung alles im Vorfeld geklärt hat“, sagt Finanzausschuss-Chef Peter Lundershausen (Die Linke). Er verweist aber auch auf den enormen Spardruck durch das Land, unter dem die Stadt stehe.

In der Beschlussvorlage des Rathauses wird betont, dass die Erhöhung der Standgebühr vor allem aus der geringeren Auslastung der Marktfläche resultiert. Diese sei seit 2013 kleiner geworden – eine Doppelstandreihe war damals weggefallen. Zudem seien insbesondere im Januar und Februar nicht alle Standplätze belegt. Um die Jahreskosten des Wochenmarktes abzudecken, sei die Anhebung notwendig.

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