Freie Natur erobert sich Parzellen zurück:

Mehr als 1000 Gärten schon verlassen

Den Ruf der „deutschen Gartenhauptstadt” muss Neubrandenburg wohl bald abgeben. Zu viele Kleingärtner haben schon aufgegeben.

Rund 1000 Gärten sind in Neubrandenburg schon von ihren Pächtern verlassen und stehen leer, wie der hier in der Külzstraße der Kreisstadt. 
Thomas Beigang Rund 1000 Gärten sind in Neubrandenburg schon von ihren Pächtern verlassen und stehen leer, wie der hier in der Külzstraße der Kreisstadt.

Keine andere deutsche Stadt hat so viele Gärten wie Neubrandenburg – bezogen auf die Zahl der Einwohner. Doch die Kleingärtner schlagen jetzt Alarm. Der Geschäftstführer des Regionalverbandes der Gartenfreunde, Uwe Richter, muss zugeben: „Von rund 7500 Kleingärten in der Stadt stehen schon gut 1000 leer – fast jeder siebente”.

Hauptgrund für das Verlassen der gepachteten Scholle: Das hohe Alter. Die Mehrzahl der Kleingärtner in der Viertorestadt ist längst im Rentenalter, viele jüngere Leute teilen das Interesse der älteren Neubrandenburger nicht mehr. Das führt zwangsläufig zu Problemen. Denn viele der verlassenen Gärten verwildern.

Laut dem Vorsitzenden der Garten-Regionalverbandes, Thomas Schröder, seien allein in Neubrandenburg etwa 500 000 Euro notwendig, um alle verlassenen Kleingärten wieder zu beräumen.