Fundstücke aus dem Kleiderschrank :

Mehr als 70 Jahre auf dem Bügel

Das sind nicht irgendwelche Kleiderbügel. Was Bärbel Lehmann vor Kurzem in ihrem Schrank entdeckte, sind Fundstücke der Treptower Geschichte.

Altentreptow, Neubrandenburg, Feldberg - Bärbel Lehmanns Kleiderschrank birgt viele Zeugnisse vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Gesine Prägert Altentreptow, Neubrandenburg, Feldberg - Bärbel Lehmanns Kleiderschrank birgt viele Zeugnisse vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Etwa 70 Jahre haben die beiden Bügel mindestens schon auf dem Buckel, die Bärbel Lehmann jetzt in ihrem Schrank entdeckte. Doch das ist nicht ihre einzige Besonderheit, denn außerdem ziert sie noch ein Schriftzug: "Erich Todenhagen" steht dort, daneben "Demmin" und "Treptow a. Toll.".

Bärbel Lehmann hatte die Bügel im Nachlass ihrer Mutter gefunden. "Als ich die Geschichte im Nordkurier über das Kaufhaus Todenhagen las, rief ich gleich in der Redaktion an." Doch welche Geschichte steckt hinter den Bügeln? "Mit meiner Mutter und meinem Bruder kam ich Anfang 1945 aus Stettin nach Altentreptow", erzählt die heute 69-Jährige. Ohne Möbel, nur mit Dingen, die die Hände tragen konnten. Die heutige Neubrandenburgerin war damals erst ein halbes Jahr alt. In Altentreptow angekommen, fand Bärbel Lehmann mit ihrer Familie Zuflucht in einem kleinen Zimmer in der Unterbaustraße.

An eines erinnert sich die Stettinerin noch immer: die "Kleiderhöhle", wie sie den Schrank heute nennt. "Es war nur eine Tür, ein Durchgang zu den Nachbarn. In diese hatten wir Nägel als Haken geschlagen." Und dort fanden dann auch besagte Bügel ihren Platz. "Wir müssen sie von Leuten geschenkt bekommen haben, die uns etwas Gutes tun wollten", vermutet Bärbel Lehmann. Im Kaufhaus Todenhagen selbst waren sie nämlich nie. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Filiale am Treptower Marktplatz geschlossen. 

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