Kreis kündigt härtere Gangart an :

Mehr Kommunen sollen Flüchtlinge aufnehmen

Kommunen an der Seenplatte, die sich bisher mehr oder weniger um die Aufnahme von Flüchtlingen gedrückt haben, sollen jetzt an ihre gesetzliche Pflicht nachhaltig erinnert werden.

Vize-Landrat Siegfried Konieczny will mehr Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen in die Pflicht nehmen. 
Georg Wagner Vize-Landrat Siegfried Konieczny will mehr Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen in die Pflicht nehmen. 

Die enorme Steigerung der Flüchtlinge, die im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte aufgenommen werden müssen, hat eine dramatische Situation herauf beschworen. "Wir sind, was die bisherige Unterkunftsmöglichkeiten betrifft, an den Grenzen der Kapazität angelangt", sagte Vize-Landrat Siegfried Konieczny am Montag. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 sind der Seenplatte 131 Asylbewerber zugewiesen worden, 2015 sind es bisher schon 1230 gewesen. Der Landkreis will daher seinen bislang moderaten Umgang mit den Kommunen verschärfen.

"Es gibt positive Beispiele, Neubrandenburg, Neustrelitz und Demmin", so Konieczny. Andere Kommunen hätten sich aber mit zahlreichen Ausreden bisher von ihrer gesetzlichen Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen gedrückt. Der Vize-Landrat kündigte eine Besprechung mit allen Bürgermeistern und Amtsvorstehern in der kommenden Woche an, während der die Kommunalpolitiker an ihre Pflichten erinnert werden sollen. "Wir werden ihnen deutlich machen, dass der Landkreis von nun an Flüchtlinge den Kommunen zuweisen wird", so Konieczny.

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