Hotel holt sich Nachwuchs:

Menschen mit Leidenschaft für die Berufswelt

Wie schafft es ein Hotel, ein junges Mädchen für das eher abschreckende Berufsleben in seinen Mauern zu überzeugen? Damit beschäftigt sich sogar ein wissenschaftlicher Bildungskongress.

Michelle Knaack ist froh: Sie hat ihren Auftritt vor den Lehrern gut geschafft. Jetzt erfolgt die kurze Auswertung mit Hotel-Direktor Roland Szeremlei (links) und Torben Seifert.
Hartmut Nieswandt Michelle Knaack ist froh: Sie hat ihren Auftritt vor den Lehrern gut geschafft. Jetzt erfolgt die kurze Auswertung mit Hotel-Direktor Roland Szeremlei (links) und Torben Seifert.

„Hotel ist mehr als Tellertragen und in der Küche stehen“, sagt Torben Seifert. Das weiß er inzwischen ganz genau, obwohl er noch in der Ausbildung ist im Hotel „Radisson Blu“ in Neubrandenburg. Und das kann er auch Jüngeren klar machen. So klar, dass sie tatsächlich ihr Berufsleben im Hotel starten. Der lebendige Beweis dafür ist die 16-jährige Michelle Knaack, die seit dem 15. Juli hier Hotelfachfrau lernt.

Die beiden jungen Leute standen im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde im Radisson Blu. Diese Runde, zu der Lehrer aus der ganzen Stadt kamen, war Bestandteil des großen Bildungskongresses mit dem Thema „Go App – praktisch bilden“. Bei diesem Kongress ging es um das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis bei Bildung und Ausbildung.

Für Michelle Knaack aus Friedland kam die Initialzündung für ihren Entschluss, Hotelfachfrau zu werden, als das Hotel kam zur Präsentation in ihre Schule kam. ,Radisson Blu hört sich doch nicht schlecht an‘, dachte sie und entschloss sich zu einem Praktikum. Sie begann es am Montag und wollte am Freitag immer noch den Beruf im Hotel.

Warum denn sollte sich irgendjemand zum Lernen und Arbeiten im Hotel hingezogen fühlen? Arbeiten, wenn andere am Wochenende oder zu Weihnachten frei haben? Und immer gute Miene zu allem machen? Und das für Löhne, die Träume nicht in den Himmel wachsen lassen? „Kein Mensch würde das wollen. Es sei denn, er hat in sich die Leidenschaft dafür, Menschen zufrieden zu machen“, erklärt Roland Szeremlei den verdutzten Zuhörern im Hotel. Er ist Hotel-Direktor. Und mit Blick auf den Bildungskongress sagte er: „Die jungen Leute mit dieser Leidenschaft müssen wir für uns finden. Darum gehen wir immer wieder raus an die Schulen.“

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