Historische Funde bei Grabungen:

Mit alten Scherben Kreis geschlossen

Ein Archäologe hat Überreste einer mehr als 500 Jahre alten Töpferei an der Stadtmauer gefunden. Nicht unbedingt eine Sensation, aber damit schließt sich der Kreis zu früheren Erkenntnissen.

Seit einigen Wochen untersucht Grabungsleiter Stefan Rahde die 800 Quadratmeter große Fläche an der Stadtmauer, wo die Neuwoba einen Wohnungsneubau errichten möchte.
Andreas Segeth Seit einigen Wochen untersucht Grabungsleiter Stefan Rahde die 800 Quadratmeter große Fläche an der Stadtmauer, wo die Neuwoba einen Wohnungsneubau errichten möchte.

Einen interessanten Fund hat jetzt der Historiker und Archäologe Stefan Rahde an der Neubrandenburger Stadtmauer gemacht. Zwischen Beguinenstraße und 2. Ringstraße, wo momentan ein Wohnungsneubau der Neuwoba entsteht, hat er viele Töpferscherben, aber auch einige gute erhaltene Gefäße gefunden, die vermutlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen. Eine große Überrschung sei das aber nicht, sagt Stefan Rahde. Denn dass in direkter Nachbarschaft der jetzigen Fundstelle vor mehr als 500 Jahren eine Töpferei stand, das wisse man spätestens seit Ende der 70-er Jahre, als der ehemalige Museumsleiter Volker Schmidt dort einige Funde machte.

In der mittelalterlichen Töpferei seien nicht nur Töpfe, Schüsseln und Kannen hergestellt worden, auch Ofenkacheln und Netzsenker für die einheimischen Fischer seien hier produziert worden, sagt Stefan Rahde. Der Standort am damaligen Stadtrand sei übrigens typisch für eine Töpferei gewesen: Immerhin herrschte hier wegen der Brennöfen eine erhöhte Feuergefahr.