Kriegsgefangenenfriedhof nach Neugestaltung eingeweiht:

Mit dem Namen auf der Tafel findet die Suche ein Ende

Von St. Petersburg bis Neubrandenburg – das ist ein weiter Weg zum Vater. Aber Antonia Lashinowa findet keine Ruhe, bevor sie nicht mit eigenen Augen sieht, dass er nicht vergessen ist. Mit ihm sind jetzt fast 5600 Kriegsgefangene verewigt.

Antonia Lashinowa wurde von ihren Gefühlen überwältigt, als sie vor der Tafel mit dem Namen ihres Vaters stand. Jahrzehntelang wusste die Familie nicht, wo er begraben ist.
Anke Brauns Antonia Lashinowa wurde von ihren Gefühlen überwältigt, als sie vor der Tafel mit dem Namen ihres Vaters stand. Jahrzehntelang wusste die Familie nicht, wo er begraben ist.

Vor einem Jahr war sie schon einmal hier. Jetzt ist Antonia Lashinowa wiedergekommen mit ihrem Sohn Aleksei. Obwohl sie weiß, dass der Name ihres Vaters nun zusammen mit mehr als 5500 anderen auf Tafeln verewigt ist, wird sie von ihren Gefühlen überwältigt, als sie davor steht. Schluchzend fällt sie auf die Knie und umklammert die Tafel. Vasily Yakovlevich Nikitenkov war Soldat der Roten Armee. 1942 starb er als Kriegsgefangener im Stammlager IIa in Fünfeichen.

Wie die Frau aus der Nähe von St. Petersburg wussten viele Familien Jahrzehnte nicht, wo ihre Angehörigen geblieben sind. Erst 2007 entdeckte Aleksei Lashinow den Namen seines Großvaters in einem Archiv im Internet und sogar ein Foto. Den Namen ihres Vaters hier zu sehen, sei ihr sehr wichtig, betont Antonia Lashinowa. Sie sitzt am Samstag unter den mehr als 300 Gästen bei der Einweihung der Namenstafeln der hier verstorbenen Kriegsgefangenen.

Es ist das Wachhalten der Erinnerung, das gewollt ist. Künftig möchte die Stadt auch das einstige Lagergelände selbst, das jetzt noch militärisches Sperrgebiet ist, in die Mahn- und Gedenkstätte einbeziehen.

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