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Mit dem Skalpell zur Traumfigur

Sind die echt oder gemacht? Hatte er nicht mal Falten? Bei manchen Körpern in Neubrandenburg wurde Mutter Natur auf die Sprünge geholfen. Warum auch nicht, sagt Dr. Andreas Voigt. Er arbeitet seit Jahren als Schönheitschirurg und weiß, was die Leute stört.

Seit 2005 leitet Dr. Andreas Voigt (links) eine Privatklinik in der Neubrandenburger Morgenlandstraße. Voigt ist aber nicht nur Schönheitschirurg. Er ist auch Facharzt für Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Ingmar Nehls Seit 2005 leitet Dr. Andreas Voigt (links) eine Privatklinik in der Neubrandenburger Morgenlandstraße. Voigt ist aber nicht nur Schönheitschirurg. Er ist auch Facharzt für Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Fettpölsterchen am Bauch und an der Hüfte. Auf dem Kopf eine Halbglatze, dafür Haare an Stellen, wo man sie nicht will. Beim größten Teil der Menschen, die sich bei ihm vorstellen, könne er das Problem sehen und auch verstehen, sagt der Schönheitschirurg. Aber: „Einer gertenschlanken Frau würde ich kein Fett absaugen. Damit tue ich ihr keinen Gefallen. Denn das eigentliche Problem sitzt dann eher woanders“, sagt Voigt. Absaugen könne er nur das, was er auch anfassen kann.

„Ich bin eitel. Aber warum sollte ich meine Vorstellungen von einem schönen Körper auf andere übertragen“, sagt Andreas Voigt. Er würde sich mit einem zu dicken Bauch nicht wohl fühlen und darum treibt er Sport. Das und gesündere Ernährung empfiehlt er Leuten, die mit ihrer Figur unzufrieden sind. Wo das nicht hilft, da könnte ein Eingriff sinnvoll sein.

Reiterhosen gehen mit Training nicht weg

Denn Gesundheit ist mehr als nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Jemand, der jeden Tag in den Spiegel schaut und sich schlecht fühlt, ist demnach nicht gesund. Darum findet Andreas Voigt auch moralisch nichts falsch daran, wenn solche Menschen eine OP wollen. „Bei Reiterhosen können einige Frauen so viel trainieren, wie sie wollen. Sie kriegen die nicht weg. Da kann man nur operativ was machen“, sagt der 53-Jährige.

Die plastischen Operationen machen nur einen Teil seiner Arbeit aus. Vielmehr ist Voigt als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gefragt. Der gebürtige Neubrandenburger hat nämlich auch Zahnmedizin in Greifswald studiert.

Im Frühling kommen mehr Kunden

Was er anbietet, spreche sich in der Stadt herum, auch weil jüngere Patientinnen damit offen umgehen und den Freundinnen davon erzählen und die Veränderungen auch zeigen. Die Altersspanne der Patientinnen reicht von Ende 20 bis 70 Jahre. Die Kunden kommen aus Neubrandenburg und dem ganzen Land, denn das Spektrum, das Voigt anbieten kann, ist extrem breit.

Das Bild, das den Leuten durch Fernseh-Shows wie „Extrem schön“ vermittelt wird, habe mit der Realität der plastischen Chirurgie nichts zu tun, sagt Voigt. Er findet es bedenklich, wie Leute mit Problemen im TV vorgeführt, für einen Tag gestylt und danach allein gelassen werden.

Wenn der Boulevard sich über Schönheitsticks der Promis auslässt, sei es die Haartransplantation von Jürgen Klopp oder der Hintern von Kim Kardashian, dann hat das in Neubrandenburg keinerlei Effekt. Auch der Trend, dass sich immer mehr Männer unter das Messer legen, um perfekter auszusehen, sei hier nicht zu spüren. „Das ist, wenn überhaupt, ein Großstadtding“, findet Andreas Voigt. Saisonal gibt es aber einen Effekt: Je näher der Frühling rückt, desto mehr Menschen kommen auch in die Klinik. „Im Sommer wollen alle schön sein.“