Süßer Nachwuchs im Tierheim:

Mit dieser Ferkelei hat keiner gerechnet

Das wollte sich Eber Cesar wohl nicht nehmen lassen: Nur ein paar Tage vor seiner Kastration hat er noch für Nachwuchs im Tierheim Sadelkow gesorgt. Der Tierarzt hatte sich im Alter des Tieres verschätzt.

Da geht einem das Herz auf: Die Minischweine sind noch keine zwei Wochen alt.
Paulina Jasmer Da geht einem das Herz auf: Die Minischweine sind noch keine zwei Wochen alt.

Als hätte es Eber Cesar geahnt: Nur ein paar Tage vor seiner geplanten Kastration hat er noch die Mini-Schweine-Damen Cinderella und Cleopatra beglückt. Das war ganz schön knapp, aber nun ist er stolzer Vater von acht Nachkömmlingen. Für die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Sadelkow Gnadenhof Sonnenschein war dieser Schwung Ferkel eine echte Überraschung.

Seit Herbst des vergangenen Jahres leben die drei Mini-Schweine auf dem Hof  und mit ihnen noch zahlreiche andere Tiere. Grund für eine regelrechte Schwemme an Tieren war eine Beschlagnahme. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte damals in der Gemeinde
Galenbeck rigoros durchgegriffen, nachdem bekannt wurde, dass hier Tierhalter am Werk waren, die überhaupt keine Tiere halten dürfen. Und eigentlich hatte es auch so ausgesehen, als wenn es für drei  Mini-Schweine auch ein neues Zuhause geben würde. Aber die Interessentin war kurzfristig abgesprungen.

Der Tierarzt hatte vermutet, dass das Alter der Schweine bei acht Wochen liegt. Denn die Mitarbeiter hatten sich schon damals um möglichen Nachwuchs Gedanken gemacht und auch gleich einen Kastrations-Termin für Cesar vereinbart. Die Zeit drängte laut der Altersschätzung zwar noch nicht, ab sie wollten sicher gehen.

Den Trieben freien Lauf gelassen

Daraus wurde nun nichts, denn die Mini-Schweine waren doch ein wenig älter als angenommen. Zusammen in ihrem Domizil, ließen sie ihren Trieben freien Lauf. Als dann die beiden Schweine-Damen immer dicker wurden, „haben wir uns nichts dabei gedacht“, erinnert sich Facharbeiterin Monique Ringhandt. Im Gegenteil, sie freuten sich, dass den Tieren offenbar das Futter schmeckte. Doch dann kam die Nacht zum 14. März. Erst als die erste Mini-Schweine-Beinchen zu sehen waren, ging den Mitarbeitern ein Licht auf. Und ruckzuck lagen die Tierbabys im Stroh. Nur einen Tag später war es auch bei Cinderella soweit.

Ende April sollen die acht Ferkel von den Müttern abgesetzt und am besten auch vermittelt werden, sagt Monique Ringhandt. Für die Schlachtbank, für die Mast und für die Wohnungshaltung wolle man die Tiere aber auf keinen Fall hergeben. Außerdem sollen sie ein Leben mindestens zu zweit führen. Einzeln verließen sie das Tierheim nur, wenn es im neuen Zuhause schon andere Schweine gibt.

Wer sich die Mini-Schweine jetzt schon ansehen möchte, ist täglich gern gesehen in Sadelkow. Zwischen 11 und 16 Uhr können die Besucher vorbei kommen. 

 

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