Jörg Czoske "sammelt" Marathons :

Mit Extrem-Läufen gegen Diabetes

Jörg Czoske hat Diabetes. Das hält ihn aber nicht davon ab, an den härtesten Laufveranstaltungen teilzunehmen. Im Gegenteil, das Laufen hilft ihm sogar im Umgang mit der Krankheit.

Im Flur von Jörg Czoske hängen etliche Urkunden von Marathons und Ultramarathons. Im Schrank liegen aber noch leere Bilderrahmen und der Hunger auf Kilometer ist noch lange nicht gestillt.
Im Flur von Jörg Czoske hängen etliche Urkunden von Marathons und Ultramarathons. Im Schrank liegen aber noch leere Bilderrahmen und der Hunger auf Kilometer ist noch lange nicht gestillt.

"Ich bin nicht süchtig", behauptet Jörg Czoske. Kaum zu glauben, wenn man die vielen Urkunden im Hausflur anschaut. Dabei hängen längst nicht alle Marathons aus, die Czoske gelaufen ist. Allein acht waren es schon in diesem Jahr. Damit wären es schon 48. "Die 50 mache ich bis zum Jahresende noch voll", sagt Czoske und grinst. In sechs Jahren wird er 60 Jahre alt. Bis dahin will er 100 Marathons gelaufen sein.

Das klingt schon verrückt genug. Wenn man dann noch weiß, dass Jörg Czoske Diabetiker ist, wird seine Geschichte gleich noch beeindruckender. Fünf Spritzen setzt er sich pro Tag. Wenn Czoske voll im Training steckt und 70 bis 80 Kilometer pro Woche läuft, braucht er nur ein Drittel der Dosis. Der extreme Sport hilft dem 1,93 Meter-Mann beim Kampf gegen die Diabetes.

Jörg Czoske muss aber genau planen, was er wann isst und wann er laufen geht. Den ersten Marathon ist er 1979 in Grünheide gelaufen. "Nie wieder", war damals sein Fazit und das blieb auch bis 2007 so. Lange Radtouren und Paddeln waren in dieser Zeit angesagt bis das Lauffieber wieder ausbrach. Zunächst standen Marathons auf dem Programm. Bis die 42 Kilometer nicht mehr Herausforderung genug waren. "Man will seine Grenzen austesten", sagt Czoske. Natürlich würde bei Kilometer 50 der Punkt kommen, wo er sich fragt, wie blöd er eigentlich ist, sich so zu schinden. "Dann kommt aber der Ehrgeiz, zu finishen. Wenn man einmal abbricht, dann wird man immer dazu neigen, abzubrechen, wenn es schwierig wird", sagt der Extremsportler.

Ein Marathon sei vor allem eine Kopfsache. Zu seinem 54. Geburtstag hat sich Jörg Czoske einen ganz besonderen Traum erfüllt, den viele einen Albtraum nennen würden. Er ist beim Swissalpine, dem größten Berg-Ultramarathon der Welt, gestartet. Auf 78 Kilometern über Geröll hat Czoske 2650 Höhenmeter überwunden. Zum Vergleich: der Tollenseseemarathon, der als härtester Marathon im Norden gilt, hat 550 Höhenmeter.

Fast 13 Stunden hat sich Jörg Cziske bergauf, bergab gequält und danach eineinhalb Stunden mit Krämpfen gekämpft. Trotzdem sei dieser Lauf sein bisher schönster gewesen. "Einmal reicht aber", sagt Czoske.

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