Friedländer halten dagegen:

Mit Montagsdemo gegen Nazis

Die Friedländer lassen die braune Soße nicht einfach durch ihre Stadt laufen. Mit einem Friedensgebet am Montag und einem Friedensfest setzen sie Zeichen gegen Rechts.

Die Ruine der Nikolaikirche ist ein Symbol: Sie brannte 1945 ab und wurde Anfang 2000 als Ruine gesichert. Zu diesem Ort des Gedenkens geht es am Montag während der Friedensdemo gegen Rechts.
Anett Seidel Die Ruine der Nikolaikirche ist ein Symbol: Sie brannte 1945 ab und wurde Anfang 2000 als Ruine gesichert. Zu diesem Ort des Gedenkens geht es am Montag während der Friedensdemo gegen Rechts.

In Friedland gibt es am Montag, dem 4. November, wieder eine Montagsdemo, wie es sie vor 24 Jahren das letzte Mal gab. Dazu sollten sich alle Einwohner der Stadt um 18 Uhr an der Marien­kirche einfinden. Dort wird es ein Friedensgebet geben und der Tross wird sich dann zur Ruine der Nikolaikirche begeben. Nicht ohne Grund. Die Kirche wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört und bietet den Kleinstädtern nun ein Symbol, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Mit ihrer friedlichen Montagsdemo wollen die Friedländer keine Mauern einstürzen lassen, sondern zeigen, dass ihre Stadt nicht braun ist. „Bei uns ist jeder willkommen, der Asyl be­nötigt“, betont Bürgermeister Wilfried Block.

Genau am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht von 1938, suchen die Nazis Friedland heim. An diesem Tag ruft die NPD zu einem Marsch durch die Stadt auf, um rechte Propaganda gegen die Asylbewerber unters Volk zu bringen. „Wer dagegen aufhetzt an so einem Gedenktag, hat bei uns nichts zu suchen“, heißt es deshalb.

Viele Beteiligte sind an einen Tisch gekommen, um die braune Soße nicht einfach durch die Straßen laufen zu lassen. Bürgermeister Wilfried Block ist unter anderem dabei, Präventionsrats­vorsitzender Frank Nieswandt, Pastorin Ruth Pell-John und ihr Mann, Pastor Christian Heidenreich, Vertreter der neuen Friedländer Gesamtschule und auch der TSV 1814.

Jetzt rufen die Aktiven für Montag, den 4. November, dazu auf, gemeinsam mit Kerzen, „die so lange brennen sollen, bis auch dem Letzten ein Licht aufgeht, was hinter den rechten Parolen steht“, den Weg von der Marien­kirche bis zur Ruine der ­Nikolaikirche zu gehen. Genau wie im Herbst vor24 Jahren.

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