Passanten eilen vorbei:

Mitten im Weihnachtseinkauf weckt Pflegenotstand wenig Interesse

Seit einem Jahr gibt es auch in Neubrandenburg bereits die Aktion „Pflege am Boden“. Ist für die Gleichgültigkeit der meisten Passanten nicht deprimierend?

Julie Muller (am Mikro) informiert Passanten über Zahlen und Fakten zum Pflegenotstand. Für die meisten allerdings scheint der Weihnachtseinkauf wichtiger zu sein.
Hartmut Nieswandt Julie Muller (am Mikro) informiert Passanten über Zahlen und Fakten zum Pflegenotstand. Für die meisten allerdings scheint der Weihnachtseinkauf wichtiger zu sein.

Wieder versammelt sich Julie Muller mit Gleichgesinnten in der Treptower ­Straße, nahe dem Marktplatz-Center in Neubrandenburg. Wieder wollen sie warnen: „Die Pflege ist am Boden!“ Und wieder haben die meisten Passanten kein Interesse und hasten vorbei – Weihnachtseinkäufe sind zu erledigen ...

Seit einem Jahr gibt es diese Aktionen der Initiative „Pflege am Boden“, seit einem Jahr hält sich öffentliches Interesse sehr in Grenzen. Ist das nicht deprimierend? „Nein, wir schafften es trotzdem, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt Julie Muller, die selbst in der Pflege arbeitet. Sie setzt darauf, dass das Thema Pflege und Pflegenotstand für viele Menschen in der Region schon aus objektiven Gründen wichtig wird: „Die Menschen hier werden immer älter. Und jeder kann ein Pflegefall werden, auch junge Menschen.“

„Pflege am Boden“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, pflegenden Angehörigen und Menschen, denen Pflege am Herzen liegt. Er fordert vom Gesetzgeber die Veränderung der Pflegepolitik. „Nur so kann dem Leid vieler Menschen durch den Pflegenotstand ein Ende bereitet werden“, erklärt Julie Muller.

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