Gefährlicher Schleichweg an der Hochbrücke:

Möchtegern-Mutige kürzen über die Gleise ab

Seitdem die Bauarbeiten an der Hochbrücke in Neubrandenburg stattfinden, nehmen immer mehr Leichtsinnige den Weg direkt über die Bahngleise. Die Bundespolizei spricht nun ein Machtwort.

Michael Wisotzki von der Bauüberwachung zeigt den kaputten Zaun, den Fußgänger niedergemacht haben, um über die Bahngleise zu gehen.
Paulina Jasmer/Friedrich Buchheim Michael Wisotzki von der Bauüberwachung zeigt den kaputten Zaun, den Fußgänger niedergemacht haben, um über die Bahngleise zu gehen.

Jede Woche sehen die Bauarbeiter die Bescherung: Der Bauzaun ist geöffnet, oftmals kaputt und muss wieder neu aufgestellt werden. Sicherheit geht vor, das gilt insbesondere, wenn der Zaun davor abhalten soll, die Bahngleise unter der Hochbrücke zu betreten. Dabei sind die Zäune sogar verschraubt, wie Michael Wisotzki von der Bauüberwachung sagt. „Die Leute bringen sich schon Werkzeug mit, um die Zäune zu öffnen“, fügt er hinzu. Mindestens zweimal pro Woche müssen diese Schäden beseitigt werden, erst am vergangenen Dienstag beobachteten die Bauleute mehrere Leute, die sich ihren Weg über die Gleise suchten.

Richtig ist, dass vor dem Bau der Hochbrücke – vor etwa 45 Jahren – sich zwischen der Katharinenstraße und Am Gerichtsberg einst ein Bahnübergang befunden hat. Der ist seit Jahrzehnten dicht. Das heißt, die Fußgänger mussten den Weg über die Hochbrücke nehmen oder, wie es jetzt der Fall ist, die Rampen nutzen, um in die Oststadt beziehungsweise Richtung Zentrum zu gelangen.

An Wochenenden besonders oft illegal abgekürzt

Doch offenbar pfeifen viele Leute auf Sicherheit, vor allem auf ihre eigene und wagen die Schritte über die Schienen. Laut Uta Bluhm, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Stralsund, ist dies seit „geraumer Zeit“ der Fall, ohne dass sich die Menschen offenbar der Gefahr bewusst sind. Sie wollen wohl eine Abkürzung nehmen. Das gehe über die Gleise ungehinderter und schneller. Dazu hätten die Leute am angrenzenden Parkplatz die Bau- und Maschendrahtzäune herunter gezogen und erheblich beschädigt, so Uta Bluhm.

Michael Wisotzki weiß um diese Leute, die sich über jegliche Absperrung hinweg setzen, nur zu gut. Insbesondere die Tage nach den Wochenenden seien schlimm. Denn in der Oststadt befinde sich auch das Colosseum, zu dem Partyhungrige pilgern – gern zu Fuß. Das ist angesichts von Alkoholkonsum auch löblich, doch machen sich die Leute, die über die Schienen laufen, strafbar. Denn wer beim Überqueren von Bahngleisen erwischt wird, dem droht laut Bundespolizei ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro, sagt Uta Bluhm.

"Züge nähern sich fast lautlos"

Deshalb appelliert die Bundespolizei an die Vernunft dieser Waghalsigen, die sich mit ihrem Verhalten in tödliche Gefahr begeben. Die Vorbild-Funktion ist dabei sowieso dahin. „Züge nähern sich fast lautlos und können je nach Windrichtung erst sehr spät wahrgenommen werden“, sagt Uta Blum. Der Bremsweg könne bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern bis zu 1000 Meter betragen. Und sie kommt nicht umhin, diesen Unvernünftigen mit auf den Weg zu geben: „Züge sind schienengebunden und können nicht ausweichen.“

 

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