Umweltfrevel:

Naturfreund stellt in Sachen Deponie Strafanzeige

Die Ereignisse auf der Neveriner Deponie in dieser Woche schlagen hohe Wellen. Jetzt  ging eine Anzeige im Landwirtschaftsministerium ein.

Der Müll wird mit Lastern von einem Ende der Deponie zum anderen gefahren.
Der Müll wird mit Lastern von einem Ende der Deponie zum anderen gefahren.

Anzeige gegen Unbekannt hat Alfred Dohndorf beim Schweriner Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz gestellt. Er verfolgt seit Jahren die Vorgänge auf der Deponie in Neverin. Doch was sich da in dieser Woche abgespielt hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Deshalb greift der Naturliebhaber jetzt zu der drastischen Maßnahme. Die Anzeige richtet sich gegen umweltschädigende, kriminelle Handlungen auf der Schadstoffdeponie Neverin, schreibt der Neubrandenburger an Minister Till Backhaus (SPD).

„Zur Zeit wird intensiv mit Großtechnik versucht, tausende Tonnen umweltschädlicher, illegal auf der Deponie lagernder Abfälle einfach zu verbuddeln“, schreibt er an das Ministerium. „Dazu fahren im Takt Laster undefinierbare Mischabfälle zu einem Bagger, der die Schadstoffe planiert und verdichtet, mit Bauschutt abdeckt und dann mit Mutterboden verblendet.“ Anwohner wollen sogar bemerkt haben, dass gleichzeitig Aushub von einer ehemaligen LPG-Tankstelle des Ortes und weiterer Schutt zum Vergraben gebracht wurde. Es wurde in Windeseile und mit hohem Technikeinsatz gearbeitet. „Es soll wohl so eine Situation geschaffen werden, dass dann auf dem neu geschaffenen Berg Photovoltaikanlagen installiert werden und niemand mehr nach dem Darunter fragt“, stellt Alfred Dohndorf fest.

Verstoß gegen Auflagen der Behörden

Der aufgebrachte Bürger bittet auch im Namen der Neveriner den Minister darum, notwendige gesetzliche Schritte zu erlassen.  Es sei an der Zeit, die fragwürdige Entwicklung dieses Problemstandortes aufzuarbeiten. Das Schreiben hat Alfred Dohndorf am Donnerstagabend dem Minister zukommen lassen

Auf der Deponie in Neverin lagern zum Teil undefinierbare Abfälle. Seit 2001 bewegt sich dort nichts mehr. Anfang der Woche rückten jedoch Bagger und Lkw an und machten sich an dem Müll zu schaffen. Allerdings ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt auf die Aktivitäten aufmerksam geworden und hat geprüft, was dort stattfindet. Das Ergebnis: Am Donnerstag wurden mit sofortiger Wirkung die Arbeiten gestoppt.

Für Alfred Dohndorf steht längst fest: Hier wurde nach seiner Meinung von 1992 bis 2001 einem Unternehmer gestattet, auf illegale Weise Millionen-Gewinne abzuschöpfen und umzulagern. Auch später sei niemand seitens der Landesbehörden in Zusammenarbeit mit dem Konkursverwalter darauf gekommen, die Haftung des Verursachers tiefer zu prüfen oder Strafanzeige zu erstatten. „Nach Hinweisen ehemaliger Beschäftigter sind dort alte Motoren und andere Dinge vergraben worden“, schreibt Alfred Dohndorf. Und dennoch konnte das Grundstück jetzt verkauft werden. Er fordert auch die Grünen und die Naturschutzverbände auf, in Sachen Neveriner Deponie aktiv zu werden.