Lange Liste des Leidens:

Neubrandenburg plant radikalen Sparkurs

Damit die Stadt in zehn Jahren schuldenfrei dasteht, sollen die Stadtvertreter einem langfristigen Sparplan zustimmen. Der aber hat es in sich. So gut wie kein Bereich bleibt von Streichungen verschont.

Weil Neubrandenburg noch rund 93 Millionen Euro Schulden mit sich rumschleppt, heißt es sparen, sparen, sparen. Denn bis 2027 soll die Stadt schuldenfrei sein – so die Vorgabe der Landesregierung.
Bernd Wüstneck Weil Neubrandenburg noch rund 93 Millionen Euro Schulden mit sich rumschleppt, heißt es sparen, sparen, sparen. Denn bis 2027 soll die Stadt schuldenfrei sein – so die Vorgabe der Landesregierung.

Es gehört keine hellseherische Gabe dazu, um dem jetzt den Neubrandenburger Stadtvertretern vorliegenden Haushaltssicherungkonzept eine aufregende Zukunft vorauszusagen. Enthält das Papier doch nichts weniger als strenge Sparauflagen für nahezu alle Bereiche des städtischen Lebens.

Hintergrund der drastischen Auflagen: Neubrandenburg ist hoch verschuldet, schleppt rund 93 Millionen Euro Verbindlichkeiten mit sich herum. 2027, so das Ziel im Sparprogramm, soll Neubrandenburg schuldenfrei dastehen.

Ausgaben verringern, Einnahmen vergrößern – so lautet das einfache Prinzip. 200000 Euro beispielsweise sollen die Feuerwehren jährlich einsparen, durch eine Anpassung der Gebührensatzung der Feuerwehr
15000 Euro mehr eingenommen werden. Das Veranstaltungszentrum, dazu zählen Stadthalle, Konzertkirche, Jahnsportforum und HKB, soll durch die Erhöhung der Vermietungen mehr Geld einnehmen (86000 Euro),  die Hundesteuer angehoben werden.

Noch drastischer die Kürzung der Sportförderung um eine gute halbe Million Euro ab 2019. Aber auch kulturellen Einrichtungen soll es an den Kragen gehen. Am Regionalmuseum heißt es eine Vollzeitstelle in Teilzeit umzuwandeln. Selbst die Kunstsammlung bleibt nicht unberührt. Hier soll sogar darüber nachgedacht werden, diese städtische Einrichtung in die Trägerschaft des Landes zu überführen. Und auch die Bibliothek ist betroffen – durch Reorganisation muss die Bücherei zwei Stellen einsparen.

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Kommentare (2)

da gibt es noch mehr zu sparen: einstellen des teuren winterdienstes im stadt- u. kulturpark. wer im winter joggen will soll sich spikes anziehen. ein neue einnahmquelle: alle beamten aus dem rathaus einen tag in der woche in den außendienst, parksünder aufspüren, kontrolle der hundesteuermarken in allen haushalten unangemeldet, kontrolle der ordnung in der nacht damit nicht so viele zertrümmerte glasflaschen auf rad und gehwegen liegen.....das ist doch was, nicht wahr herr bürgermeister????

Mir fällt auch einiges ein, was ich in meiner derzeitigen Lebenssituation nicht mehr oder noch nicht benötige. Dazu gehören zum Beispiel Kinderbetreuung, Schulen, öffentlicher Nahverkehr, abgesenkte Bordsteine und und und. Wo sich überall sparen ließe...