Ganz linkes Verwirrspiel:

Neubrandenburger Abgeordnete sorgen bei Theater-Votum für Erstaunen

Die Fraktion der Linken hatte sich vor der Abstimmung vehement gegen den Vorschlag der Landesregierung gestemmt. Und als es ernst wurde, kam alles anders.

Die Entscheidung über die Zukunft der Theater- und Orchester GmbH fällt den Stadtvertretern merklich schwer. Zwei haben es sogar fertiggebracht, beide Modelle zu befürworten.
Fredrik von Erichsen Die Entscheidung über die Zukunft der Theater- und Orchester GmbH fällt den Stadtvertretern merklich schwer. Zwei haben es sogar fertiggebracht, beide Modelle zu befürworten.

Neubrandenburg. Das Abstimmungsverhalten der Fraktion der Linken in der Neubrandenburger Stadtvertretung am Donnerstag sorgt unverändert für Diskussionen. In der Sitzung der Ratsfrauen und -männer ging es um nichts weniger als die Zukunft der Theater- und Orchester GmbH. Zwei verschiedene Modelle lagen auf dem Tisch. Das sogenannte Eckwertepapier, ein Vorschlag der Landesregierung, das auf die Fusion der Theater in Neubrandenburg, Neustrelitz, Stralsund und Greifswald hinaus läuft und das Gegenstück dazu – das Solidarmodell, das unter anderem den Neustrelitzer Standort weit weniger bluten lässt.

Seit Monaten kämpft die Linke in der gesamten Seenplatte gemeinsam mit Gewerkschaftern und dem Theater-Netzwerk gegen den Vorschlag der Landesregierung und setzt den mit einem Kahlschlag in der Kulturlandschaft gleich. Logisch eigentlich, dass auch die Linken in der Neubrandenburger Stadtvertretung sich bei der Abstimmung darüber gegen diesen Vorschlag wenden.

Fraktionschef versucht sich in Erklärungen

Doch weit gefehlt. Die allermeisten enthielten sich ihrer Stimme und zwei Mitglieder der Fraktion stimmten sogar mit Ja. 24 Stunden später versucht Dieter Kowalick, der Geschäftsführer der Fraktion, die Angelegenheit zu erklären. Die Linken hätten ja schließlich einen Änderungsantrag zum Eckwertepapier eingebracht, der unter anderem bestimmte Mitspracherechte der Stadt in der künftigen Theaterfusion sichern sollte. „Und zu unserer Überraschung haben die Kollegen der anderen Fraktionen diesen Änderungsantrag auch angenommen.“ Da hätte es wohl nicht gut ausgesehen, wenn man dagegen gestimmt hätte. Aber warum dann zwei Kollegen bei der – immerhin – namentlichen Abstimmung gleich mit Ja votieren mussten – dafür hat Kowalick auch keine Erklärung. Denn es kam noch besser. Als der Form halber auch das Solidarmodell zur Wahl stand, das vorherige fand ja ohne eine einzige Gegenstimme die Mehrheit im städtischen Parlament, stimmte die komplette Riege der linken Stadtvertreter dafür mit Ja – wie auch zuvor nicht anders zu erwarten.

Merkwürdig. Das muss auch Kowalick eingestehen. Wie können Stadtvertreter gleichzeitig für die beiden unterschiedlicher nicht sein könnenden Modelle plädieren? „Gucken wir nach Neustrelitz. Die Stadtvertretung dort hat in der vergangenen Woche zwei Mal mit Nein gestimmt und sich für keines der beiden Modelle entschieden.“ Also könne man doch, so die Logik des Linken-Geschäftsführers, auch zwei Mal mit Ja stimmen.

 

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