Aufruf des Jugendzentrums findet große Resonanz:

Neubrandenburger spenden 50 Räder für Flüchtlinge

Hilfe für Asylsuchende hat sich das Alternative Jugendzentrum (AJZ) in Neubrandenburg auf die Fahnen geschrieben. Und schiebt nach der ersten Aktion ein neues Projekt an.

Gespendete Räder wurden am Wochenende im AJZ auf Vordermann gebracht.
D. Cirstea Gespendete Räder wurden am Wochenende im AJZ auf Vordermann gebracht.

Die Neubrandenburger sind hilfsbereit: Insgesamt 47 Fahrräder wurden in den vergangenen Wochen im Alternativen Jugendzentrum (AJZ) abgegeben. Die Bandbreite ist groß: Von alten Damenrädern bis hin zu modernen City- und Mountainbikes ist alles vertreten.

Am Wochenende versammelten sich in einem ersten Workshop Freiwillige, die zusammen mit Flüchtlingen versuchten, die Drahtesel wieder in Schuss zu bringen. Denn initiiert worden war das Projekt, um Menschen, die im Asylbewerberheim in der Oststadt untergebracht sind, mehr Mobilität bieten zu können. „Die Lage des Heimes am Rande der Stadt verhindert den sozialen Kontakt zwischen Flüchtlingen und Bürgern. Daraus entstehen Unverständnis und Angst auf beiden Seiten. Das Projekt ist ein kleiner Schritt, um Integration zu fördern“, sagt Michael Klemmer.

Klemmer bereitet auch Schenkungsurkunden vor, die jeder Asylbewerber zusammen mit einem Fahrrad erhält. Darin aufgeführt sind Modell, Marke, Rahmenfarbe und Rahmennummer. Die Urkunden sollen bei Unklarheiten helfen herauszufinden, woher das Fahrrad stammt. Ein zweiter Workshop ist bereits geplant, um die restlichen Räder verkehrstauglich zu machen. Übrig gebliebene Fahrräder sollen an Flüchtlinge aus anderen Asylbewerberheimen gehen, weshalb noch immer gern gebrauchte Räder vom AJZ angenommen werden.

Ein weiteres Projekt, das gerade anläuft, entstand direkt aus dem Kontakt mit Flüchtlingen heraus. In Zusammenarbeit mit, aber unabhängig vom Alternativen Jugendzentrum, werden freiwillige Übersetzer gesucht. Anstehende Arztbesuche, das Ausfüllen von amtlichen Formularen oder der alltägliche Gang durch die Stadt sind für Menschen, die in ein fremdes Land ziehen mussten, immer noch schwer. Vor allem Lehrer/-innen oder Menschen mit zwei Muttersprachen, aber auch jeder, der eine Fremdsprache gut bis sehr gut beherrscht, kann sich bei Interesse per Mail unter ufg-nb@lists.systemausfall.org melden.

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