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H&M kommt nicht bei jedem gut an

Der Chef der neuen H&M-Filiale ist zufrieden mit dem Start: „Unser Haus zieht Leute in die Stadt.“ Doch die Meinungen von Neubrandenburgern zum neuen Innenleben des HKB pendeln zwischen Freude und Bedauern.

Die alte, erinnerungsträchtige Treppe wurde erhalten: Wo früher Besucher zum Theater im HKB schritten, führt heute der Weg in die Herrenabteilung des neuen H&M.
Hartmut Nieswandt Die alte, erinnerungsträchtige Treppe wurde erhalten: Wo früher Besucher zum Theater im HKB schritten, führt heute der Weg in die Herrenabteilung des neuen H&M.

„Überragend gut, besser als erwartet.“ Store Manager Steve Wellendorf, der Chef des neuen H&M-Geschäftes in Neubrandenburg, ist sehr zufrieden mit dem Start der Filiale der schwedischen Modekette in der Viertorestadt. Auf einer Verkaufsfläche von rund 2400 Quadratmetern werden Konfektion und Textilien für die ganze Familie angeboten.

Das Team besteht aus 22 Frauen und zwei Männern. Unter den neu Eingestellten befinden sich viele Mitarbeiter aus Neubrandenburg und Umgebung, die bereits in anderen Städten bei H&M arbeiteten. Manche haben jahrelang darauf gewartet, dass sie in ihre Heimatstadt zurückkehren konnten, berichtet Steve Wellendorf und ergänzt: „Auch ich als gebürtiger Neubrandenburger hatte dieses Glück.“

Ein wenig kennt er die Geschichte des denkmalgeschützten „Hauses der Kultur und Bildung“ (HKB), in dem die Mode-Filiale seit dem 28. November untergebracht ist. Die Art dieses Standortes bezeichnet er als einmalig in Deutschland. Einige Elemente – wie die große Treppe und die dort installierte Beleuchtung – seien erhalten geblieben. Etliche Kunden hätten ihn bereits darauf hingewiesen und erzählt, dass sie besondere Beziehungen zum HKB hätten – Theateraufführungen, Konzerte, Jugendweihen...

"Eine Kaufhalle wäre hier wichtiger"

Wie haben Kunden aufgenommen, dass sich das Innenleben des Gebäudes wandelte? „Positiv. Sie finden es gut, dass das Gebäude durch die neue Nutzung erhalten bleibt“, berichtet Wellendorf. Denn die vorherige Nutzung sei nicht mehr auf die nötige Resonanz gestoßen. Außerdem hätten einige Kunden gesagt, dass sie die Eröffnung der Filiale begrüßen. So bräuchten sie nicht mehr bis Greifswald, Rostock oder Berlin zu fahren, wenn sie bei H&M einkaufen wollen. „Das zeigt, dass wir Leute in die Stadt holen, die sicher nicht nur bei uns kaufen.“ Der Marktplatz habe sich seit dem 28. November sichtlich belebt.

Den neuen Zweck des Hauses der Kultur und Bildung beurteilten die vom Nordkurier befragten Passanten unterschiedlich. „Ach, ich bin traurig, wenn ich das so sehe. Früher sind wir hier zu schönen Kulturveranstaltungen und zur Jugendweihe gegangen. Hätte man für die neue Verkaufsstelle nicht einen anderen Platz finden können“, fragt eine ältere Neubrandenburgerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Eine Kaufhalle wäre hier wichtiger, nachdem der Netto im Einkaufszentrum nebenan zugemacht hat“, ergänzt ihre Freundin. „Ich finde das toll, dass H&M jetzt in Neubrandenburg ist. Warum nicht auch im Theater, wenn das nicht mehr gebraucht wurde“, meint hingegen Jennifer Schmied.

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Kommentare (1)

man kann sich der meinung der älteren dame nur anschließen. nb braucht in der innenstadt auch einen preiswerten lebensmittelmarkt nachdem man netto vergrault haut. wer braucht täglich schon immer neue klamotten. die kann man sich auch anderweitig besorgen und wenn es unbedingt sein muss gibt es auch genug verkaufsfläche für diese riesen die hallen von praktiker oder max bahr stehen hier zur disposition. hier wurde dem volk wieder der anspruch auf ein klein wenig kultur und identifikation genommen. die zugeklebten fenster sehen aus wie in einem entwicklungsland. nicht einmal einen abfallbehälter hat der moderiese für seine kunden vor dem eingang übrig. die abfälle landen dann vor und auf der treppe die auf kosten aller irgendwann mal gereinigt wird. danke h&m du hast wieder ein tolles geschäft mit der stadt und den bevormundeten einwohnern der stadt gemacht.