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Neues Leben für altes Inventar

Von unserem RedaktionsmitgliedSebastian HaerterUnverhofft kommt oft: Wenn das neue Elektronikfach-geschäft auf dem Standort des ehemaligen Filmecks ...

Was vom Kino blieb: Frank Stegemann (M.) aus Letzin – hier mit seinem Nachbarn Olaf Dittler – hat eine originale Sesselreihe des alten Filmecks gerettet und sie Toralf Nehls (links) geschenkt. Die Sitze sollen im neuen Geschäft Platz finden. [KT_CREDIT] Foto: privat

Von unserem Redaktionsmitglied
Sebastian Haerter

Unverhofft kommt oft: Wenn das neue Elektronikfach-
geschäft auf dem Standort des ehemaligen Filmecks fertiggestellt ist, sollen sich nach den Plänen des Inhabers innen und außen einige Erinnerungsstücke an das Kino wiederfinden. Jetzt kam unverhofft ein weiteres hinzu – eine originale Klappsesselreihe.
Neubrandenburg.Kurz nachdem die Reste des Filmecks dem Erdboden gleichgemacht wurden und der Nordkurier ganzseitig über das Ende des Kinos berichtet hatte, meldete sich ein Anrufer bei Familie Nehls. Er habe da ein interessantes Stück Inventar aus dem alten Kinosaal, hörten die neuen Besitzer des Filmeck-Grundstücks mit wachsendem Interesse. Kurze Zeit später konnte Toralf Nehls, der auf dem Filmeck-Grundstück in diesem Jahr ein modernes Elektronikfachgeschäft mit Dienstleistungszentrum errichten will, auf einer Reihe originaler Kinosessel Platz nehmen, die Frank Stegemann aus Letzin in seinem Besitz hat. Mit ostdeutschem Sperrholz-Charme und abgewetzter bräunlicher Polsterung versehen, sieht man den Klappsitzen ihr Alter durchaus an. Wer weiß, wie viele Neubrandenburger hier gelacht, geweint oder gekuschelt haben mögen.
Toralf Nehls passen die Sessel prima ins Konzept. Er hatte ohnehin vor, „Relikte“ des Filmecks in den Neubau zu integrieren. So wird der rote Schriftzug wieder an die Fassade kommen, und die Sessel bekommen ebenfalls einen Platz, kündigte Familie Nehls an. Bis dahin wird allerdings noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Der harte Winter hat den Baustart verzögert, so dass die Bagger wohl erst im fortgeschrittenen Frühjahr anrollen werden. „Fertigstellung und Eröffnung sind aber weiterhin fest für dieses Jahr geplant", unterstreicht Familie Nehls. Viel Wert legen die Investoren auf die Vergrößerung des Dienstleistungs- und Servicebereiches. „Wir haben eine verstärkte Nachfrage in diesem Segment. Die Kunden sind zunehmend überfordert von der neuen Technik, da ist unsere Kompetenz immer stärker gefragt.“ Aber auch
alte Technik werde immer
öfter repariert, seien es Haushaltsgeräte, Röhrenfernseher oder Plattenspieler. Mit dem Neubau wird nicht nur die Fläche des Geschäftes auf
700 Quadratmeter verdoppelt, sondern es kommen auch fünf zusätzliche Arbeitplätze hinzu.

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s.haerter@nordkurier.de