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OB-Kandidat Witt darf bei HKB-Party nicht auftreten

Eigentlich sollte der aussichtsreiche Kandidat für den Oberbürgermeister-Posten in Neubrandenburg bei der HKB-Eröffnung auf der Bühne stehen. Daraus wird nichts. Silvio Witt darf nicht mit seinem Comedy-Programm auftreten.

Letzte Arbeiten am HKB vor der großen Eröffnung am Freitag
Sebastian Haerter Letzte Arbeiten am HKB vor der großen Eröffnung am Freitag

Alle Neubrandenburger, die sich auf den satirischen Baurückblick mit dem Kabarettisten Silvio Witt beim  Vier-Tore-Cocktail gefreut haben, werden jetzt enttäuscht sein. Denn statt auf der Bühne zu stehen, wird der Gewinner der ersten OB-Wahlrunde nun im Publikum sitzen – ebenso wie sein Stichwahl-Kontrahent von den Linken, Torsten Koplin. „Ich hätte ihn gern als Künstler auf der Bühne gesehen. Da gehört er hin, wenn die Neubrandenburger ihr HKB eröffnen. Aber wir stecken in einer Zwickmühle“, sagte Manfred Tepper, Vorsitzender des KC Tollensia, der die Party veranstaltet.

Tepper spielt damit auf die Kandidatur Silvio Witts für das Amt des Oberbürgermeisters an. Den ersten Wahlgang gewann Witt deutlich vor Koplin. Nun treten beide am 15. März gegeneinander an. Dass Witt zum Zeitpunkt der Fete noch im Rennen sein könnte, war im Januar zwar schon denkbar. Damals wurde dies aber vom Verein als unproblematisch eingeschätzt. Nun plötzlich eine Rolle rückwärts. 

Debatte von Benischke angestoßen

Die Absage bekam Witt am Montag per Telefon, einen Tag nach seinem Wahlerfolg und der Schlappe für die CDU. Nicht vom Verein KC Tollensia, auch nicht vom VZN, dem Verwalter des HKB, sondern angeblich von Frank Benischke, Neuwoges-Chef und CDU-Ortsvorsitzender. „Es ist schade. Ich wäre wirklich gern aufgetreten, weil sich viele Leute darauf gefreut haben und weil dieses Bauprojekt für die Stadt sehr wichtig ist. Es ist aber auch fair, wenn nun beide Kandidaten im Publikum sitzen“, sagte Silvio Witt.

Benischke wiederum betonte, die Entscheidung, dass Witt nicht auftreten soll, habe der Vorstand des KC Tollensia am Montag getroffen. Der KC Tollensia bestätigte, dass Montag darüber diskutiert wurde, ob es richtig ist, den Kabarettisten Witt, der auch Kandidat ist, in einem öffentlichen Gebäude während des Wahlkampfes eine Bühne zu geben. Man habe sich dagegen entschieden, so die offizielle Version. Vom Verein hieß es aber auch, dass die Debatte von Frank Benischke angestoßen worden sei und dass der KC Tollensia keinen Kontakt zu Sivio Witt aufgenommen habe, um ihm abzusagen.

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Kommentare (2)

Wer hat denn nun abgesagt? Selten einen Beitrag mit so vielen ? gelesen......

Es hat schon Geschmäckle: Erst sind dem Herrn Benischke die beiden Gewinner der ersten Wahl aus moralischen bzw. aus fachlichen Gründen nicht tragbar und nun versucht er einen lang erwarteten satirischen Beitrag zum Bau des HKB zu vereiteln. Zum ersten Punkt, der Moral: Herr Koplin hat seine früheren Tätigkeiten offen gelegt und wartet nun leider nicht, wie von einigen erwartet auf die öffentliche Zerfleischung und igelt sich nicht bis zu seinem Tode ein sondern beteiligt sich an der Gestaltung der Demokratie, sei es nun in Schwerin oder möglicherweise auch in Neubrandenburg. Da sollte der Herr Benischke mal in sich gehen. Abgesehen davon,[Passage gelöscht, weil Verstoß gegen Nutzungsbedingungen. Die Red.], ist er ein ehemaliger Politoffizier der NVA. Das Politoffiziere gemeinhin die Nichtskönner waren, aber das meiste zu bestimmen suchten (sie waren ja der verlängerte Arm der SED in der Truppe) ist allen Gedienten bekannt. Sie waren nach dem westlichen „Feind“ das eigentliche Übel der Truppe. Wenn also der Herr Benischke für sich in Anspruch nimmt, geläutert zu sein, so sollte er das auch anderen zugestehen. Der zweite Punkt, das Fachliche: Für die Verteuerung des HKB-Umbaus von 30 auf 45 Millionen dürfte der Herr Benischke als Chef der Neuwoges fast vollständig verantwortlich sein. Das mit dem Rechnungshof geprüft wurde und diese Verteuerung angeblich nicht voraussehbar war halte ich gelinde gesagt für eine Verarsche der Bevölkerung. Wir alle wissen, nach zu viel Jahren als Führungskraft ist ein erheblicher Filz entstanden. In der freien Wirtschaft findet sich auch kaum ein Konzernlenker, der so lange an der Unternehmensspitze steht, wie hier der Herr Benischke in einer kommunalen Firma. Dazu kommt die Angst des oben genannten Herrn, das der Herr Witt einige Hintergrundinfos haben könnte, die ihm überhaupt nicht passen und das dann vielleicht die Öffentlichkeit mehr erfährt, über Mauscheleien, Schmierereien, Kungeleien... Damit kommt man eigentlich nur zu einem Ergebnis: Der Dunstkreis aus Machtgier, Überheblichkeit, Filz und Unfähigkeit, der den Herrn Benischke umgibt, sollte schnellsten durchbrochen werden. - Der Fisch beginnt immer am Kopf zu stinken! Also wenn Herr Benischke noch einen Fatz von Anstand haben sollte, so würde er jetzt seinen Hut nehmen und gehen. Tut er das nicht (was eigentlich zu erwarten ist), wäre eine erste Aufgabe des neuen Bürgermeisters, dass er ihn den Stuhl vor die Tür stellt. Finanziell braucht man sich da keine Sorgen zu machen. Von den Neubrandenburger Mietzahlungen dürften erhebliche Summen aufs Benischkekonto geflossen sein. Aber zumindest moralisch wären wir dann wieder etwas sauberer.