Höhere Kosten für Marktstände:

Oberbürgermeister gibt Rathaus-Kritikern recht

Man hätte mit den Markthändlern reden sollen, bevor man deren Gebühren anhebt - das meinen nicht nur Stadtvertreter.

Dieter Wein, Siegfried Müller und Leif-Dario Budé beklagen schlechten Stil seitens des Rathauses. Der Oberbürgermeister gibt ihnen recht. 
Andreas Segeth Dieter Wein, Siegfried Müller und Leif-Dario Budé beklagen schlechten Stil seitens des Rathauses. Der Oberbürgermeister gibt ihnen recht. 

Seit diesem Monat müssen Händler mehr Standgebühren zahlen, wenn sie ihre Waren auf dem Neubrandenburger Marktplatz anbieten. Das haben die Stadtvertreter beschlossen. Statt 4 Euro pro laufendem Meter sind nun 5,20 Euro fällig - das ist immerhin eine Steigerung um 30 Prozent. Damit steigt Neubrandenburg aus Sicht der „fliegenden Händler“ zu den teuersten Städten im Nordosten auf.

Dabei haben die Markthändler schon genügend andere Probleme, beklagen Leif-Dario Budé, Siegfried Müller und Dieter Wein, die seit Jahren ihre Stände in Neubrandenburg aufstellen: Ihr Umsatz sei in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Es werde angesichts dessen auch immer schwerer Nachwuchs zu finden, der sich bei Wind und Wetter auf die Marktplätze stellt und auf die Kunden wartet. Doch besonders habe sie empört, dass niemand vorab mit ihnen über die Preisanhebung geredet habe. Nur zufällig hätten sie davon gehört.

Diese Tatsache wurde nach einem Nordkurier-Bericht bei der jüngsten Stadtvertretersitzung rege diskutiert. Der verantwortliche Rathausmitarbeiter rechtfertigte seine Entscheidung: Es habe keine Beteiligung der Betroffenen gegeben, weil die Gebührenanhebung nur erfolgte, um die Kosten der Stadt zu decken. „Mein Vermieter fragt mich auch nicht vorher, wenn er die Miete anhebt“, sagte er.

Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) gab den Kritikern recht. Normalerweise sei es üblich, die Beteiligten zu informieren, sagt er. Es habe ihn überrascht, dass das in diesem Fall ausgeblieben ist. Damit sei er nicht einverstanden, er werde das innerhalb der Verwaltung auswerten.

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