Mahnwache aufgegeben:

Ola-Mitarbeiter von Politik enttäuscht

Ministerpräsident Sellering hat sich doch keine Zeit für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Eisenbahner genommen. Nun hoffen sie auf die Justiz.

OLA-Mitarbeiter hatten Ministerpräsident Sellering (2.v.r.) am Montag überrascht. Er wollte sich später Zeit für sie nehmen. Doch nichts geschah.
Andreas Segeth OLA-Mitarbeiter hatten Ministerpräsident Sellering (2.v.r.) am Montag überrascht. Er wollte sich später Zeit für sie nehmen. Doch nichts geschah.

Die Neubrandenburger Ola-Mitarbeiter haben ihre Mahnwache vor dem Schweriner Landtag aufgegeben. Sie seien resigniert und von der Politik enttäuscht, sagte der Betriebsratsvorsitzende Joachim Borrmann am Donnerstag. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) habe sich entgegen der Ankündigung von Montag dann doch keine Zeit mehr für sie genommen und sei nur im schwarzen Dienstwagen an ihnen vorbeigerauscht. Einen Gesprächstermin mit ihm, wie vor Ort in Neubrandenburg besprochen, gibt es bis jetzt nicht. Auch an die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Mittwoch wegen einer Wahlkampf-Kundgebung in Schwerin war, seien sie nicht herangekommen, so Borrmann.

Am Montag hatten mehr als 20 der insgesamt 110 Ola-Mitabeiter Erwin Sellering bei einem Wahlkampftermin in Neubrandenburg überrascht und von ihm gefordert, dass Mecklenburg-Vorpommern eine Europäische Richtlinie anwende, die bei der Vergabe neuer Bahnlizenzen die Übernahme des Personals vom vorherigen Betreiber vorschreibt.

Nun hoffen die Ola-Mitarbeiter auf das Oberlandesgericht Schwerin. Das entscheidet nächste Woche, ob die Ausschreibung, in der die Ostseeland Verkehr GmbH (Ola) der Deutschen Bahn unterlegen war, vielleicht wiederholt werden muss.

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