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Papagei löst Brand aus

In Friedland hat es in einer Wohnung gebrannt. Der Brandstifter ist bekannt: ein Vogel.

   
frogger - Fotolia    

Das hätte in einer vorweihnachtlichen Katastrophe enden können. Dabei wollte ein Bewohner der Friedländer Wollweberstraße nur ein bisschen Adventsstimmung in den eigenen vier Wänden verbreiten. Er zündete eine Kerze an und platzierte diese vor dem Vogelkäfig. Und damit war das Unheil programmiert.  Ob der Nymphensittich in einer Schrecksekunde bei einem Flug durch die Wohnung die Kerze übersah und diese zu Fall brachte oder sich beim Landeanflug schlichtweg das hübsche Federkleid verbrannt hat, wird wohl nie endgültig geklärt werden.

Fest steht aber, dass der hübsche Ziervogel dafür gesorgt hat, dass sich eine Kommode entzündete, wie die Polizei mitteilt. Die Flammen kletterten anschließend die Tapeten hoch und brachten schließlich die Styroporplatten an der Decke zum Schmelzen. Das hätte böse enden können, wissen auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Friedland. Glücklicherweise wurde der 56-jährige Mieter, der sich in einem anderen Raum befand, als sich die Katastrophe anbahnte, durch den Rauchmelder informiert. Seine pflegebedürftige Mutter befand sich zu dem Zeitpunkt aber in dem brennenden Zimmer und ist durch ihre Krankheit ans Bett gefesselt. Von dem Feuer ging eine Gefahr aus. Aber auch die freigewordenen Giftstoffe durch das verbrannte Styropor sind nicht unbedenklich. „Das ist pures Gift“, so die ehrenamtlich Aktiven. Der Mann konnte seine Mutter retten, indem er beherzt zum Wassereimer griff und die Flammen löschte.
Als die Feuerwehr ankam, stand noch der beißende Geruch in der Luft, bestätigen die Aktiven. Die 84-jährige Frau wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die Wohnung ist nun unbewohnbar. Angehörige bestätigen, dass der Nymphensittich bei seinem Feuerflug ums Leben kam. Der pflegebedürftigen Frau gehe es jedoch wieder relativ gut.


Bei den Nachbarn sitzt der Schrecken am Freitag noch tief. Ein Nachbar glaubte zunächst, dass der Mieter mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen ist und so für den schwarzen Rauch gesorgt hat. Der nächste hatte von einem brennenden Fernseher gehört. „Ein Vogel soll schuld sein?“, hieß es immer wieder ungläubig. Andere berichten davon, dass sie das Piepen des Rauchmelders gar nicht einordnen konnten, jetzt aber froh sind, solche Alarmsender zu haben.