In Neubrandenburg werden Bäume gefällt:

Pappeln und Eichen müssen weichen

Zahlreiche Bäume verschwinden in den kommenden Wochen aus dem Neubrandenburger Stadtbild sein. Noch bis Februar rücken Arbeiter mit Kran und Motorkettensäge den Stämmen zu Leibe. Die Stadt führt gute Gründe dafür an, warum es notwendig sei, die Bäume zu beseitigen.

Stück für Stück werden die Reste einer Eiche verladen. Fällung und Räumung dieses Baumes dauerten am Freitag nicht mal zwei Stunden.
Paulina Jasmer Stück für Stück werden die Reste einer Eiche verladen. Fällung und Räumung dieses Baumes dauerten am Freitag nicht mal zwei Stunden.

Gleich an drei Orten im Neubrandenburger Stadtgebiete werden in diesen Tagen Bäume gefällt: am Strandbad Broda, auf dem Wall in Nähe des Stargarder Tores sowie am Augustabad. Zwei Eichen ging es am Freitag am Parkplatz Augustabad an den Kragen. Vor einigen Wochen hatte ein Gutachten einen dringlichen Handlungsbedarf bescheinigt. Gefahr war in Verzug bei den Bäumen zwischen Lindenstraße und Parkplatz. Totholz könnte jeden Moment herunterstürzen, Passanten verletzten oder Autos beschädigen. 

Jetzt sind diese beiden Eichen, die zusammen sicher mehr als 400 Jahre alt waren, Geschichte. Andreas Matz von der Firma Ecologie, hat sich das genau vor Ort angesehen. Er ist nötig, weil ein behördlich angeordneter Fachmann für den Artenschutz bei diesen Fällungen zugegen sein muss.

Gleich die erste Eiche hatte es in sich: Sie ist Heimstatt des Eremiten –  eines geschützten Käfers. Die Mitarbeiter der Firma Bühner aus Laage verladen den Stamm und bringen ihn in den Wald – der Lebensraum des Eremiten bleibt also, wenn auch anderer Stelle. Ähnliches passiert mit dem zweiten Stamm – vorsorglich, denn der Gutachter habe auf den ersten Blick kein Eremiten-Vorkommen ausmachen können, sagt Klaus Brinckmann auf Nordkurier-Nachfrage, Baumkontrolleur beim Städtischen Immobilienmanagement (SIM).

Weitere Fällungen stehen an

Am Strandbad Broda liegen drei Pappeln auf dem Boden – einige waren rund 35 Meter hoch. Sie seien schon recht alt, mehr als 60 Jahre, sagt Brinckmann. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben gewesen. Das wäre insbesondere in der Nähe der Liegewiese gefährlich geworden. Vor einigen Jahren seien sogar Teile einer Pappel nahe des Schwimmmeisterhäuschens niedergekracht. Insgesamt 17 Pappeln segnen so bis Ende kommender Woche das Zeitliche, erklärt Klaus Brinckmann. Diese Fällungsarbeiten kosten die Stadt 12 000 Euro.

Zwischen Großer Wollweberstraße und Stargarder Straße sind ebenfalls zwei Eichen unsicher geworden, wie SIM-Mitarbeiter Jan Brauns auf Nachfrage erklärt. Immer wieder seien Pflegearbeiten durchgeführt worden. „Aber jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem Schluss ist“, sagt Jan Brauns. Bis zum Februar sollen noch 40 Bäume weichen, bei einem Bestand von 2000 auf dem Wall. Darunter sind nach Brauns Angaben aber nicht nur Eichen, sondern auch Eschen und Ahorn.

Und auch die nächsten Fällungen werfen ihre Schatten voraus. Laut Klaus Brinckmann soll in der Großen Krauthöferstraße noch eine Linde gefällt werden, auf dem Reitplatz in Weitin müssen Weiden weichen.