Staatsschutz ermittelt:

Plakate des AfD werden gezielt zerstört

In Neubrandenburg sind im Gegensatz zu anderen Regionen oder anderen Jahren relativ wenig Beschädigungen von Wahlplakaten festzustellen. Mit Ausnahme der Alternative für Deutschland (AfD). Die Partei sieht dafür einen ganz konkreten Grund, heißt es dort.

Narrenhände beschmieren nicht nur Tisch und Wände, sondern auch Wahlplakate, wie zum Beispiel hier an der Y-Kreuzung in Neubrandenburg. Besonders die Partei AfD berichtet über gezielte Zerstörung von Wahlwerbung.
S. Haerter Narrenhände beschmieren nicht nur Tisch und Wände, sondern auch Wahlplakate, wie zum Beispiel hier an der Y-Kreuzung in Neubrandenburg. Besonders die Partei AfD berichtet über gezielte Zerstörung von Wahlwerbung.

Kurz vor dem entscheidenden Sonntag nimmt der Bundestagswahlkampf nun auch in Neubrandenburg und Umgebung noch unschöne Züge an. Bislang sind vor allem in Waren, Malchow, Pasewalk, in Loitz oder auf Usedom viele Wahlplakate der demokratischen Parteien zerstört und beschmiert worden. In Neubrandenburg und Burg Stargard sind erstaunlicherweise vor allem Plakate der Alternative für Deutschland (AfD) betroffen. Am Sonntagabend hat die Polizei vier Täter sogar auf frischer Tat ertappt. Gegen 21.30 Uhr wurde eine Gruppe dunkel gekleideter Personen von einem Zeugen beobachtet, wie diese Plakate von Laternen auf dem Mittelstreifen der Neustrelitzer Straße entfernten. Polizeibeamte fanden dann sechs zerstörte AfD-Plakate und konnten vier Tatverdächtige stellen. Dabei handelte es sich um vier Jugendliche, drei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Da ein politischer Hintergrund vermutet wird, ist der Staatsschutz eingeschaltet worden.

Während auf Nachfrage des Nordkurier die Vertreter aller demokratischen Parteien von einer vergleichsweise ruhigen Situation in Neubrandenburg und Umgebung sprechen, erklärt Andreas Rösler von der hiesigen AfD, dass seit Wochen gerade die Plakate seiner Partei in Burg Stargard und Neubrandenburg zerstört und entfernt werden. Oft hänge morgens ein NPD-Plakat dort, wo am Abend zuvor noch für die AfD geworben wurde. Er vermutet eine ganz gezielte Aktion der Rechtsextremisten gegen die AfD, da die NPD Angst habe, dass viele Protestwähler sich bei diesen Wahlen für die AfD und nicht für die Rechtsextremisten entscheiden werden.

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