Umbau im Tierheim:

Platz für Hunde und Katzen statt Pumas

Wo viele Tiere betreut werden, kann der Platz gar nicht groß genug sein. Das Tierheim Altentreptow plant neue Container, Zwinger und Katzenkäfige. Aber das wird ganz schön teuer...

Kuschel lässt sich gern auf dem Arm nehmen. Nach brutaler Quälerei ist sie auf einem Auge blind, aber wieder munter und fröhlich.
Marcel May Kuschel lässt sich gern auf dem Arm nehmen. Nach brutaler Quälerei ist sie auf einem Auge blind, aber wieder munter und fröhlich.

Die Ohrenspitzen sind abgeschnitten worden, ein Auge ausgebrannt. Die früheren Besitzer von Kuschel haben die schwarz-weiße Katze grausam gequält. Christa-Maria Schwabe vom Tierschutzverein geht es sehr nahe, wenn Menschen ihre Tiere brutal behandeln. Erst in dieser Woche gab es einen tragischen Unfall. Zwischen Wolde und Zwiedorf erwischte ein Auto einen schwarzen Schäferhund-Mix. „Der Fahrer hielt nicht an, fuhr einfach weiter“, erzählt Christa-Maria Schwabe schockiert. Mit blutiger Schnauze blieb die Hündin liegen, war querschnittsgelähmt. Erst später meldeten sich Vorbeifahrende beim Tierheim. Aber für das Tier war es zu spät.

Im Tierheim zu arbeiten, erfordert viel Energie. Das Schicksal der Tiere bewegt emotional. Aber auch die finanziellen Sorgen können belastend sein.

Im Oktober besuchte Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund, dem Dachverband aus Bonn, Altentreptow. Und war entsetzt, dass das Tierheim alle Kosten für Reparaturen allein zahlen muss. Obwohl das Gebäude der Stadt gehört. „Auch die Stromkosten sind immens hoch“, sagt Christa-Maria Schwabe. Denn im Tierheim muss viel gewaschen werden. Sie wünscht sich ein Entgegenkommen des Energieversorgers Enercon. Der durch die Windräder erwirtschaftete Profit solle dem gemeinnützig arbeitenden Tierheim zu Gute kommen. Zum Beispiel durch Preisnachlass.

Auch Platzsorgen quälen das Tierheim. Zwischenzeitlich mussten 174 Katzen untergebracht und betreut werden. Der Dachverband versprach, zwei neue Container zu liefern. Eine Quarantänestation für Neuankömmlinge und eine Krankenstation. „Dafür muss erst der Pumakäfig abgerissen werden“, sagt Christiane Porwollik, Chefin des Tierschutzvereins. Zu DDR-Zeiten lebten dort echte Pumas. „Das haben wir uns für März vorgenommen. Bis Juni sollen die Fundamente stehen“, sagt Christa-Maria Schwabe.

Und noch weitere große Baumaßnahmen stehen im Lauf des Jahres an. Ein Abstellraum soll zum separaten Waschraum, weitere Zwinger an die Kanalisation angeschlossen werden. Und neue Katzenkäfige braucht das Tierheim. Auch den Weg zwischen den Zwingern müssen die Mitarbeiter mit Steinplatten befestigen. Absoluter Traum wäre ein eigener Mitarbeiterraum im Dachgeschoss. „Wir haben 35 000 Euro beim Dachverband beantragt“, sagt Christiane Porwollik. Aber: 10 bis 20 Prozent davon muss das Tierheim Altentreptow selbst zahlen. Viel Geld für die größtenteils ehrenamtlich arbeitenden Tierschützer.

Kuschel hat sich zum Glück erholt. Die Verletzungen am Auge wurden versorgt, die Entzündung eingedämmt. Mittlerweile lässt sie sich sogar streicheln, genießt die Berührungen.

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