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Platznot: Schüler müssen weiter durchhalten

Das Musische Haus des Sportgymnasiums droht schon seit dem vergangenen Jahr aus allen Nähten zu platzen. Nun endlich ist ein Ausweichquartier im Haus des Sports in Sicht. Schüler und Lehrer hätten sich eine schnellere Lösung gewünscht.

Das Schulhaus aufpumpen? So einfach ist es leider nicht ...
Anke Brauns/Hannes Ackermann Das Schulhaus aufpumpen? So einfach ist es leider nicht ...

„Es ist momentan echt unangenehm. Wir bräuchten die neuen Räume wirklich dringend“, sagt Annelie Specht. Die 17-Jährige lernt in der zwölften Klasse am Musischen Haus des Neubrandenburger Sportgymnasiums. Dort sind die Schülerzahlen nach einigen schwierigen Jahren wieder so stark gestiegen, dass das alte Haus an der Lessingstraße quasi aus den Nähten platzt. Seit 2012 sei die Kapazitätsgrenze überschritten, bestätigt der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Gegenwärtig zählen beide Häuser 1174 Schüler, die „schulorganisatorischen Möglichkeiten“ seien aus­gereizt.

Der Kreis mietet nun zusätzliche Räume an

„Im Musik-Hauptfach können wir kaum in Ruhe Projektarbeit machen, weil alle Räume belegt sind, beziehungsweise wir uns Räume regelrecht ­erkämpfen müssen, wenn wir ein Klavier brauchen“, schildert Annelie Specht. Der Kreis mietet nun zusätzliche Räume im Haus des Sports gegenüber vom Sportgymnasium von der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) an. Dort soll Musik- und Informatikunterricht für siebte bis zwölfte Klassen ­gegeben werden. „Wir möchten die Räume zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres in Nutzung nehmen“, sagt Dirk Rautmann, Leiter des Schulverwaltungsamtes des Landkreises. Ob das klappt, hängt von den Unternehmen ab, die die Räume für die Schulnutzung umbauen.

Schüler berichten von Unterrichtsausfall

„Wir haben es uns ein ­bisschen anders vorgestellt“, bestätigt Schulleiterin Gesine Knospe. Aber man sei zu­sammengerückt, könne für bestimmten Unterricht Räume der Musikschule nutzen. Das Haus des Sports können die „musischen“ Schüler in wenigen Minuten erreichen. Man sei froh, dass es Unterstützung durch den Kreis gebe. „Weil die Schüler nicht drunter leiden und nichts ausfällt“, habe die Schule auch nicht gedrängt, so Gesine Knospe. Schüler berichten allerdings, dass im vergangenen Schuljahr in zwölften Klassen ­Englisch-Stunden ausgefallen seien, weil es einfach keine Räume gab.

Mietvertrag für fünf Jahre

Der Landkreis hat, bevor dem Kreisausschuss jetzt der Mietvertrag mit der Neuwoges vorgeschlagen wurde, andere Möglichkeiten geprüft in der Hoffnung auf eine kostengünstige Lösung. Eine Containeranlage auf dem Hof des Musischen Hauses hätte allerdings nach Auskunft des Kreises 250 000 Euro mehr gekostet. Von Seiten der Denkmal­pflege sei das auch abgelehnt worden, sagte Landrat Heiko Kärger (CDU). Mit den Plänen für das Haus des Sports hätte man nun nicht viel früher beginnen können, so Dirk Rautmann. Bis Ende Juli sei eine Gaststätte ­Mieter gewesen.

Der Mietvertrag wird begrenzt auf fünf Jahre abgeschlossen. „Dann werden die Schülerzahlen wieder sinken“, sagte Kärger. Inklusive Betriebskosten muss der Kreis für die Räume im Haus des Sports jährlich knapp 80 000 Euro be­rappen.