Kurioser Vorfall:

Polizei fährt Frau über den Arm

Es sollte eine ganz gewöhnliche Verkehrskontrolle sein, bei der es allerdings gleich zu mehreren Ungereimtheiten kam. Am Ende trug eine Frau zwei Verletzungen davon.

In Altentreptow ereignete sich ein seltsamer Unfall. Beteiligt war ein Streifenwagen.
Volkswagen AG In Altentreptow ereignete sich ein seltsamer Unfall. Beteiligt war ein Streifenwagen.

Eine 52-jährige Altentreptowerin kam kürzlich nicht weit mit ihrem Einkauf. Denn auf Höhe der ehemaligen Grundschule stand ein Streifenwagen der Verkehrspolizei Altentreptow, in dem zwei Beamte saßen. Diese baten die Frau anzuhalten und von ihrem Fahrrad abzusteigen, die Polizisten blieben jedoch im Auto sitzen.

Dabei erschrak die Altentreptowerin so sehr, dass sie vom Rad fiel, mit dem Kopf gegen den Wagen knallte und auf dem Boden landete, mit dem Arm unterm Auto der beiden Polizisten. Als wäre der Sturz nicht schon unglücklich genug, rollte der Streifenwagen genau in dem Moment einige Meter nach vorn und überfuhr den Arm der 52-Jährigen, schildert die Schwiegermutter der Frau. Anschließend riefen die Polizisten einen Krankenwagen und zwei Kollegen, die den Fall aufnahmen. Diese ließen sie pusten - sie hatte 0,0 Promille - und die Sanitäter nahmen ihr Blut ab und fuhren die Frau ins Neubrandenburger Krankenhaus.

Dort röntge man die Verletzte und attestierte ihr Muskelquetschungen am Arm neben der dicken Beule am Kopf. Das Opfer konnte zwar noch am späten Abend nach Hause, musste aber krank geschrieben werden. „Meine Schwiegertochter wollte eigentlich diese Woche eine Nebentätigkeit anfangen, aber durch den Unfall muss sie jetzt auf das Geld verzichten“, ärgert sich die Schwiegermutter der Betroffenen über das Verhalten der Polizisten. Warum die Beamten losfuhren, kann sie sich nicht erklären. Auch nicht, warum sie ihre Schwiegertochter überhaupt anhielten. „Die haben gesagt, das war eine Verwechslung“, so die Altentreptowerin. Immer wieder sei ihre Schwiegertochter gefragt worden, ob sie überhaupt Rad fahren könne.

Auch bei der Vernehmung, zu der die Betroffene zu Beginn dieser Woche noch einmal zur Polizei in Altentreptow eingeladen worden war. Abschließende Erkenntnisse hat das aber noch nicht gebracht. Sie könne die offenen Fragen der Familie derzeit noch nicht beantworten, so Diana Mehlberg, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg. „Die Ermittlungen zu dem Fall laufen“, sagt sie. Der Unfallhergang werde noch geprüft. So bleibt dem Opfer der Wunsch nach einer schnellen Klärung, einer Entschuldigung und vielleicht sogar Schadensersatz.

 

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