Anwalt bezeichnet Zugriff als unverhältnismäßig:

Polizei stürmt Wohnungen

Die Polizei fahndete nach drei bewaffneten Erpressern aus Neubrandenburg. Beim Zugriff fielen Schüsse. Ein 19-Jähriger ist noch flüchtig. Ein Anwalt kritisierte den Einsatz.

Archiv Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren in der Oststadt auf der Suche nach Tatverdächtigen.

In Neubrandenburg sind in einer Nacht fünf Wohnungen von Polizisten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gestürmt worden. Wie Andreas Scholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg bestätigte, ist dabei in einer Wohnung in der Oststadt ein Hund erschossen worden.

Vorausgegangen waren mehrere Straftaten. Am vergangenen Sonnabend gegen 14.30 Uhr sollen drei junge Neubrandenburger im Alter zwischen 19 und 28 Jahren in einer Wohnung in der Oststadt unter Anwendung von Gewalt versucht haben, Geld von einem 19-jährigen Bekannten zu erpressen. Dabei soll das Opfer auch mit einer Schusswaffe bedroht worden sein. Diesem gelang es allerdings, die Polizei zu verständigen. Weil die Beteiligten als gefährlich eingestuft wurden und eine Schusswaffe bei ihnen vermutet werden musste, rief die Polizei in Absprache mit Staatsanwaltschaft und Amtsgericht das SEK zur Hilfe.

Beamte erschießen Schäferhund

Insgesamt wurden in der Nacht zu Sonntag in der Zeit zwischen 21.30 Uhr und 6.30 Uhr von 25 Beamten fünf Wohnungen in der Oststadt und im Reitbahnviertel durchsucht. Zwei Tatverdächtige konnten vorläufig festgenommen werden, einer sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Ein 19-jähriger ist noch auf der Flucht. Alle Täter seien wegen anderer Delikte bereits polizeibekannt, sagt Andreas Scholz. Nun wird gegen sie zusätzlich wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung ermittelt.

Rechtsanwalt Hubert Schilling stufte die Polizeiaktion als unverhältnismäßig ein. Er vertritt die Interessen des 19-Jährigen, der momentan noch flüchtig ist. Das SEK sei mitten in der Nacht in die Wohnung gestürmt, in der der Vater und der 16-jährige Bruder seines Mandanten leben. Der Vater sei in der Nachtschicht gewesen, der Bruder habe geschlafen. Es sei unnötig gewesen, den siebenjährigen Schäferhund zu erschießen, sagt Schilling. Laut Andreas Scholz war das allerdings notwendig. Der Hund sei nicht anders unter Kontrolle zu bringen gewesen.

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Kommentare (1)

Ja schade um den Hund aber mehr zum Umgang mit Tieren lernen die heut zu Tage ja nicht mehr. "Spezialeinsatzkommandos "Sind in solchen Situationen wahrscheinlich schon überfordert. Einfach lächerlich diese Typen. Das war in unseren Einheiten zu DDR Zeiten anders.