Themenorientierte Verkehrskontrollen:

Polizisten kennen die besten Ausreden von Alkoholsündern

„Es waren doch nur ein paar kleine Bier“ – Polizeibeamten können aus dem Nähkästchen plaudern, wenn sie an die Sprüche von Fahrern denken, die mit Alkohol und Drogen erwischt worden sind. Dabei ist die Sache durchaus ernst, denn Alkohol gehört zu den Hauptunfallursachen.

Polizeiobermeister Christian Schlünz kontrolliert im Rahmen der themenorientierten Kontrolle zu Drogen und Alkohol die Papiere von Gustav Klix. Der Rentner hat diesbezüglich aber eine weiße Weste.
Paulina Jasmer Polizeiobermeister Christian Schlünz kontrolliert im Rahmen der themenorientierten Kontrolle zu Drogen und Alkohol die Papiere von Gustav Klix. Der Rentner hat diesbezüglich aber eine weiße Weste.

„Ich habe doch pünktlich um 13 Uhr aufgehört zu trinken.“ Das sagte ein Autofahrer, der gegen 20 Uhr noch mit 1,8 Promille erwischt worden war. Er war gegen eine Laterne gefahren. Nicht um eine Ausrede verlegen war auch ein Demminer, der mit zwei Promille im Blut nach Neubrandenburg gedüst war, um sich einen Burger zu kaufen. „Ich wollte doch nur noch etwas essen“, sagte er, als er angehalten wurde.

An diese beiden Vorfälle können sich Polizeioberkommissar Marcus Pallentin und Polizeiobermeister Christian Schlünz sofort erinnern, wenn sie an Verkehrssünder denken, die mit Drogen beziehungsweise Alkohol am Steuer ertappt worden sind.

Gerade auf diese Delikte konzentrieren sich die Polizisten bei den themenorientierten Verkehrskontrollen im Januar im Bereich des Polizeipräsidiums. Aber nicht nur, wie eine Kontrolle am Donnerstagvormittag zeigte. Denn Gurtmuffel oder Fahrer, die das Handy am Ohr hatten, wurden ebenfalls aus dem Verkehr gefischt.

Seit Januar 2014 führt das Polizeipräsidium derartige Kontrollen durch. In der Polizeiinspektion Neubrandenburg, mit den Hauptrevieren in Neubrandenburg, Demmin, Waren und Neustrelitz, konnten im Rahmen dieser Kontrollen 122 Verstöße wegen Drogen und 45 wegen Alkohol verzeichnet werden. Auf häufigsten schlug jedoch eine unangepasste Geschwindigkeit zu Buche. Fast 1500 Mal wurden Temposünder angehalten.

Nichtsdestotrotz gehören Drogen und Alkohol im Straßenverkehr zu den Hauptunfallursachen. Laut Statistik ereignet sich alle zwei bis drei Tage im Landkreis ein Unfall, weil Alkohol im Spiel war.

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