Internet-Initiative für Beton-Elefanten:

Projekt "Rüsselrutsche" kommt ins Rollen

Viele Neubrandenburger machen sich für einen Beton-Elefanten stark, der früher auf so manchem Spielplatz stand. Ein Dickhäuter liegt derzeit auf einem Betriebshof. Krank, aber mit Aussicht auf Heilung. Kriegt er vielleicht im Kulturpark ein Zuhause?

Dieser Elefant ist in Neubrandenburg noch nutzbar: Er steht in der Neustrelitzer Straße.
Carsten Korfmacher Dieser Elefant ist in Neubrandenburg noch nutzbar: Er steht in der Neustrelitzer Straße.

Ganz so groß wie bei Dumbo sind die Ohren nicht, aber man kann sich gut dranhängen. Ebenso an die Stoßzähne. Und der Rüssel lud zum Rutschen ein. Das flutscht auf dem Beton zwar nicht so glatt wie heute auf den modernen Metallrutschen, aber dafür darf man sich den Hosenboden immerhin auf einem Elefanten aufscheuern. Das ist doch was. Wer in der DDR-Zeit Kind war, kann sich vielleicht an die Beton-Elefanten auf Spielplätzen erinnern. Auch Neubrandenburg hatte welche – am Friedländer Tor und in der Oststadt -– und hat sogar noch einen in der Neustrelitzer Straße. Kaum jemand hat in den vergangenen Jahren ein Wort über die „Rüsselrutsche“ – so die offizielle DDR-Bezeichnung – verloren. Aber jetzt ist Neubrandenburg im Elefanten-Rausch.

Seit ein paar Tagen läuft im Internet die Aktion „Neubrandenburger retten Dumbo“, versehen mit dem Foto eines etwas angeschlagenen Beton-Elefanten, der auf einem Betriebshof in der Oststadt liegt. Den zu reparieren und eventuell im Kulturpark aufzustellen, ist die Idee und innerhalb weniger Tage haben schon rund 1800 Menschen geklickt, dass ihnen diese Aktion gefällt. Rechtsanwalt Hagen Schäfer hat das Projekt angeschoben, nachdem er sich den Elefanten mit Freunden in der Oststadt angesehen hatte, wie er sagt. Er sei zwar reparaturbedürftig, aber das dürfte zu schaffen sein, denkt er.

Neuwoges bietet Zusammenarbeit bei Rettung an

Der Meinung ist auch Frank Benischke, Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), bei deren Tochterfirma der Elefant gelagert wird. „Er ist sanierungsfähig. Als wir den Innenhof Röntgen-Straße/Curie-Straße neu gestaltet haben, hat er da nicht mehr reingepasst und wir haben ihn erst mal geborgen. Wir wollen ihn auch wieder aufstellen, haben aber noch kein Konzept“, erklärt er. Er freue sich, dass so viele Menschen Ideen für den Elefanten sammeln. Das Unternehmen wolle sie gern aufgreifen. Inzwischen hat die Neuwoges den Initiatoren auch auf der Facebook-Seite Zusammenarbeit angeboten.

Geschaffen wurden die Beton-Elefanten von der Produktionsgenossenschaft Kunst am Bau in Dresden. In der ganzen DDR wurden diese Elefanten aufgebaut. Die Nachfolger der Genossenschaft von der „Freien Akademie Kunst + Bau“ pflegen noch das Archiv der einstigen Produktionsgenossenschaft und haben auch alte Auftragsunterlagen, wie Projektleiterin Antje Kirsch auf Nachfrage mitteilt. So fand sie auch den Auftrag von 1969 – „Kletterelefant Neubrandenburg am Friedländer Tor“ sowie Aufträge von 1972 für die Leninstraße (heute Neustrelitzer) und die Oststadt. „Im Prinzip wurden die Teile in Dresden gegossen und dann an den jeweiligen Aufstellungsort gebracht. Aufgestellt hat den Elefanten dann die PGH Grünanlagen- und Sportplatzbau Neubrandenburg“, schreibt sie.

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