:

Neubrandenburg nicht freundlich zu Radfahrern

Die Radler geben ihrer Stadt in einem Städtevergleich keine besonders guten Noten. Sie haben ein Paket an Forderungen.

ADFC und Bündnisgrüne verlangen, endlich Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer in Neubrandenburg zu behandeln.
Tobias Hase ADFC und Bündnisgrüne verlangen, endlich Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer in Neubrandenburg zu behandeln.

Die Stadt Neubrandenburg gehört nach Ansicht ihrer Radfahrer noch immer zu den eher fahrradunfreundlichen Kommunen Deutschlands. Auf einer Skala von eins bis sechs benoten die Pedalritter der Viertorestadt laut der jüngsten Analyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ihre Heimat mit 3,8.

Zwar attestieren die Radler eine gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, kritisieren aber besonders die fehlende Möglichkeiten, die Räder in den Stadtbussen transportieren zu können, den mangelhaften Winterdienst auf Radwegen und die – ganz aktuell – schlechte Führung an Baustellen. Neubrandenburg kommt laut der ADFC-Auswertung unter 98 Städten vergleichbarer Größe nur auf Rang 51 an.

René Martin, ADFC-Vorsitzender, forderte angesichts des Radwegekonzeptes aus dem Jahr 1998, umgehend dessen Aktualisierung. Geht es nach Martin, ist auch endlich eine statistische Erfassung der Radfahrer in Neubrandenburg fällig. „Kein Mensch weiß doch, wie viele Menschen auf Rädern Tag für Tag in der Stadt unterwegs sind.“.

Rechtsfahrgebot wird meist völlig ignoriert

Bündnisgrüne und ADFC wollen sich aktuell auch einer aus ihrer Sicht anderen „Absurdität“ widmen und endlich die Radwege in beide Richtungen frei machen. Ausschließlich auf den in Fahrtrichtung rechts führenden Radwegen fahre doch kaum jemand, heißt es. Als das besondere Beispiel für einen so kaum genutzten Radweg führen die Kritiker den stadtauswärts führenden Radweg an der B 192 in Richtung Broda an. „Hier fahren alle auf dem inneren Weg, egal, ob sie aus der Stadt heraus oder in die Stadt fahren“, so Rainer Kirchhefer, Fraktionschef der Grünen im Stadtparlament. Es müsse doch möglich sein, hier auf das Rechtsfahrgebot zu verzichten.