Dorfbewohner organisieren Rallye:

Rasentrecker rollen um die Wette

Am Freitag ist Feiertag. Da darf man nicht Rasen mähen. Aber den Rasentraktor darf man trotzdem anschmeißen, jedenfalls in Pinnow. Nicht zum Mähen, aber zum Wippen, Wenden und Spaß haben.

Ronny Wilk fährt Probe um die Reifen. Dirk Schäfer (hinten) hat noch Hindernisse für die Strecke gebastelt, aber die werden erst kurz vor der Rallye aufgebaut.
Anke Brauns Ronny Wilk fährt Probe um die Reifen. Dirk Schäfer (hinten) hat noch Hindernisse für die Strecke gebastelt, aber die werden erst kurz vor der Rallye aufgebaut.

„Und wo sitzen dann die Boxenluder?“ fragt Andreas Kutowsky lachend und sieht sich die mit rot-weißem Flatterband abgesteckte Strecke etwas genauer an. Ob der Pinnower fleißig übt für die erste Rasentraktor-Rallye am Freitag? Natürlich, schließlich habe er jede Woche genug Rasenfläche zu mähen, gibt Kutowsky zu. Wenn man Büsche und Bäume auf dem Grundstück hat, um die man regelmäßig herummähen muss, dann dürfte das als Vorbereitung genügen, denkt Ronny Wilk, der zum Organisationsteam gehört.

Um hübsche Frauen an der Rennstrecke haben er und seine Mitstreiter sich im Vorfeld nicht gekümmert, aber sonst um fast alles. Schließlich planen sie die Sache lange genug. Bereits vor Jahren sollten die Rasentraktoren im Rahmen des Dorffestes rollen, aber daraus sei immer nichts geworden. Als Kameraden der Feuerwehr hätten sie da auch immer zu viel anderes zu tun und an freiem Platz mangelt es dann ebenfalls. Jetzt aber ist die Grünfläche vis á vis vom Gutshaus ungenutzt und die Männer machen am Einheits-Feiertag Nägel mit Köpfen. Sie haben zahlreiche Besitzer von Rasentraktoren im Dorf angesprochen und sind gespannt, wie viele am Freitag ab 15 Uhr tatsächlich antreten.

20 Rasentraktoren gebe es bestimmt in Pinnow, schätzt Ronny Wilk. Die meisten Leute hätten große Grundstücke und brauchten die fahrbaren Untersätze. Die sollen ihnen auch nach der Rallye erhalten bleiben und gleich am nächsten Tag wieder in den Einsatz gehen können.

Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein

Deshalb sind die Organisatoren praktisch an die Sache herangegangen. Die Zeit auf dem Parcours wird zwar gestoppt, aber in erster Linie soll es um Geschicklichkeit gehen, damit die Rasentraktor-Besitzer nicht versuchen, das Letzte aus ihren Fahrzeugen herauszuholen oder sie vielleicht sogar zu frisieren. Das Mähwerk kann dranbleiben, aber den Korb sollte man abnehmen. Die Strecke sei anspruchsvoll, „aber nicht zu kompliziert, damit die Maschinen und Leute heil bleiben“, so Ronny Wilk. Deshalb gilt auch Helmpflicht und es dürfen nur Erwachsene fahren – auf eigene Gefahr. Die Rallye ist schließlich ein Privatvergnügen der Pinnower, bei dem aber alle gern zugucken dürfen.

Dirk Schäfer hat im Internet Ideen für den Parcours gesammelt und Hindernisse gebaut. So muss eine Schranke mittels Kübelspritze geöffnet, ein gefüllter Bierhumpen ohne Verluste durch einen Wassergraben gefahren und der Rasentraktor auf einen Hänger und wieder herunter manövriert werden. Eine Wippe ist zu überqueren, an einer Stelle muss gewendet, an einer anderen rückwärts im Schlängelkurs gefahren werden. Das Ganze abends sogar bei Flutlicht.

Ronny Wilk, der beruflich fast täglich Rasentraktoren repariert, rechnet bei den Gefährten mit fünf bis sieben verschiedenen Marken und 10 bis 25 PS Leistung. Rechnen sie auch mit Frauen als Teilnehmerinnen? Da zucken die Männer mit den Schultern. Sie lassen sich überraschen.

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