Stadtverwaltung stellt Strafanzeige:

Rathaus sucht den Maulwurf

Weil im Nordkurier das stand, was eigentlich nicht in die Öffentlichkeit gehören sollte, ist den Verantwortlichen in Neubrandenburgs Führungsriege jetzt der Kragen geplatzt.

Im Neubrandenburger Rathaus wird schon wieder nach einem Geheimnis verratenden Maulwurf gesucht.
Bernd Wüstneck Im Neubrandenburger Rathaus wird schon wieder nach einem Geheimnis verratenden Maulwurf gesucht.

Jetzt reicht es anscheinend. Der bis zum 1. April amtierende Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Gegen Unbekannt und wegen des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht, wie Harald Walter vor den versammelten Ratsfrauen und Ratsherren während der Stadtvertretersitzung bekannt gab. Hintergrund der Aufregung: Der Nordkurier hatte in den vergangenen Wochen zwei Mal Geschichten aus nicht-öffentlichen Sitzungen berichtet, die der Neubrandenburger Lokalredaktion zugespielt wurden. Nun soll, mit Hilfe der Anzeige, der "Maulwurf" offenbar dingfest gemacht werden. Aber wie bei einer ähnlichen Affäre vor eineinhalb Jahren werden sich die Redakteure auch in diesen beiden Fällen auf den Informantenschutz berufen und keine Namen preisgeben.

Bei den Geschichten, die jetzt ein staatsanwaltliches Nachspiel erleben sollen, handelte es sich um die Nennung eines potenziellen Investors im Areal "Lokschuppen" und darum, das die Stadtverwaltung einen hartnäckigen Schreiber von Petitionen künftig mit Missachtung strafen will.