Feuerwehr muss pumpen, was das Zeug hält:

Regenauffangbecken von Wassermassen überfordert

Unterschiedlicher ging’s kaum in der Nacht zum Sonntag: Während in Rosenow schlappe sieben Milliliter pro Quadratmeter vom Himmel fielen, prasselten in Siedenbollentin 80 nieder. Die Grapzower Wehr hatte als einzige einen längeren Einsatz.

Am tiefsten Punkt, den es am Dorfrand von Grapzow nordöstlich gibt, wurde die Wasserstoffspeicheranlage errichtet. Schüttet es vom Himmel, läuft das Regenauffangbecken über.
Christina Weinreich Am tiefsten Punkt, den es am Dorfrand von Grapzow nordöstlich gibt, wurde die Wasserstoffspeicheranlage errichtet.

Schwere Gewitter, begleitet von enormen Regenmassen, gingen Sonntagfrüh auch über der hiesigen Region nieder. Größere Schäden mussten nicht beklagt werden. Lediglich die Feuerwehren aus Altentreptow und Grapzow waren im Einsatz. Gegen 7 Uhr, so berichtet Treptows Wehrführer Matthias Lieckfeldt, wurden zwei Äste auf der Straße zwischen Altentreptow und Werder gemeldet. „Das waren keine Äste, eher Ästlein, die den Verkehr nicht behinderten“, sagt der Wehrchef. Der Einsatz war somit nur kurz. Dafür hatten die Grapzower Kameraden mehr zu tun.

Sie wurden zur Wasserstoffspeicheranlage am Dorfrand von Grapzow gerufen. Um 10.10 Uhr heulte die Sirene auf, weil es rund ums Gebäude „Land unter“ hieß. Das etwa 2,5 Meter tiefe Regenwasserauffangbecken konnte die Mengen nicht mehr schlucken und so trat das Nass über den Uferrand und setzte weite Teile des Geländes um die Anlage unter Wasser. Anlagenbetreuer Siegfried Kurzella blieb nur der Ruf nach der Feuerwehr. Die rückte mit zehn Mann an und war bis 13.10 Uhr im Einsatz. Schnell war eine Schlauchschlange zum nächsten Acker gelegt und die Pumpe legte los. 240 000 Liter wurden vom Gelände „geschlürft“, in die Anlage war kein Wasser gedrungen.

Rekordähnliche Werte wurden in Siedenbollentin gemessen. 80 Milliliter pro Quadratmeter hat es dort geschüttet. Mit Teetzleben, dem Dorf, das bei starkem Regen fast immer absäuft, hatte Petrus Erbarmen. „Bei uns verlief alles ruhig“, meldet Wehrchef Werner Borgward und war froh darüber. In Rosenow fielen nur sieben Milliliter.

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