:

Reichen Bibel und Grundgesetz für eine Leitkultur?

Vor Kurzem stellte Innenminister Thomas de Maizière zehn Thesen für eine deutsche Leitkultur vor. Die Reaktionen waren gemischt. Nun wird diese Debatte erneut aufgegriffen, diesmal in Neubrandenburg.

Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Antworten darauf werden am Dienstagabend im Kino Latücht in Neubrandenburg gesucht.
Jens Kalaene Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Antworten darauf werden am Dienstagabend im Kino Latücht in Neubrandenburg gesucht.

Was ist eine deutsche Leitkultur? Welche Grundsätze sind in diesem Land so allgemeingültig, dass sie dafür herangezogen werden können? Diese Fragen bewegten in den vergangenen Monaten viele Menschen.

In Neubrandenburg wird am Dienstagabend versucht, eine Antwort darauf zu finden. Im Kino Latücht in Neubrandenburg lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung zu einer Diskussionsrunde ein. Der Titel: Bibel und Grundgesetz – genug Leitkultur für das 21. Jahrhundert?” Dr. Wolfgang Huber, Bischof und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland a.D., Karin Schubert, Justizministerin und -senatorin a. D. und Silvio Witt, Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg nehmen an der Debatte teil. Los geht es um 19 Uhr, Große Krauthöferstraße 16 in Neubrandenburg.

„Die Frage nach dem 'Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?' ist neuerlich wieder in den Blickpunkt gerückt. Nicht zuletzt durch Integrationsbemühungen oder eben durch Abwehrreflexe gegen Zuwanderung. Innenminister Thomas de Maizière hat deswegen zehn Thesen für eine Leitkultur als Diskussionsanstoß vorgelegt”, kündigen die Veranstalter die Debatte im Latücht an. "In diesem Sinne, lassen Sie uns über ein gesellschaftliches Leitbild streiten."

De Maizière (CDU) hatte im April seine zehn Thesen für eine deutsche Leitkultur vorgestellt. Die Reaktionen darauf waren geteilt – unnötig, gut, Wahlkampfgetöse und Kalkül waren nur einige Meinungen, die darauf zu hören waren.

Was denken Sie zu diesem Thema. Reichen Bibel und Grundgesetz für eine Leitkultur? Schreiben Sie uns einen Kommentar.

Kommentare (4)

Auch wenn die Bibel immer noch als Grundgerüst unserer Werte beschrieben wird, glücklicher Weise hat die schon lange ausgedient. Als ihre Werte noch gelebt wurden, war es finster in Deutschland. Licht kam erst wieder mit Humanismus und Aufklärung. Genau deren Werte sind es auch, die unser Leitbild bestimmen. Werte, die bis auf das Blut, von den Kirchen bekämpft wurden. Erst, als sie sich gesellschaftlich durchgesetzt hatten, schwenkten die Kirchen ihr Fähnchen um und reklamierten die plötzlich für sich. Tatsächlich haben sie noch heute Schwierigkeiten mit ihnen, siehe Gleichberechtigung von Mann und Frau und Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Orientierung. Wo bleibt der weibliche Papst oder Kardinal, warum werden Homosexuelle/Lesben entlassen, wenn die Kirchen davon erfahren? Nein, wir brauchen weder Bibel noch sonst ein "heiliges" Buch. Wir brauchen einen Staat, in dem die nur noch für die jeweiligen Anhänger eine Rolle spielen, einen Staat, der konsequent von der Religion getrennt ist. Egal welcher.

Nicht deutsch sind z.B. Spaghetti, Döner, französischer Wein, argentinisches Rindfleisch, russischer Wodka, Burger, Hip Hop, Tablet, LTE sowie griechische, lateinische, französische Wörter, Rechtsfahrgebot (französisch), mit Gabel essen (byzantinisch, italienisch), aus Tasse trinken (chinesisch), Christentum (Römisches Reich) uv.a. Vieles im deutschen Alltag sind übernommene Sitten, Bräuche, Werte und Gesetze anderssprachiger Menschen. Unsere deutsche Kultur basiert auf Austausch und Übernahme.

Die Bibel ist die kirchliche Anweisung zur Menschenverdummung in Schriftform. Das hat mit Leitkultur überhaupt nichts zu tun.

dafür müsste mehr in der Vergangenheit des dt. Volkes gestöbert und nachgeforscht werden, worauf Erfolg Nachhaltigkeit Sicherheit Wohlstand und Fortschritt fußen, warum unsere Vorfahren so entschieden haben - dafür ist das rote Neubrandenburg ein wenig zu klein