Ist der Große auch der Größte?:

Riesenstein beschäftigt die Wissenschaft

Ist er nun der größte Findling auf dem norddeutschen Festland oder nicht? Ob die Altentreptower das auch weiter von ihrem Großen Stein behaupten können, steht noch immer nicht fest.

Als recht rutschige Sache erwies sich die Vermessung des Großen Steins am Klosterberg, die Greifswalder Studenten vornahmen.
Eckard Kruse Als recht rutschige Sache erwies sich die Vermessung des Großen Steins am Klosterberg, die Greifswalder Studenten vornahmen.

Der Große Stein von Altentreptow ist zwar neu vermessen, die entscheidende Erkenntnis steht aber noch aus. Ist er tatsächlich der größte eiszeitliche Findling in Nordeuropa oder läuft ihm der Markgrafenstein nahe Fürstenwalde den Rang ab? Die Brandenburger hatten Platz 1 für sich beansprucht, was wiederum den Geologen Klaus Granitzki aus Usadel auf den Plan gerufen hat. Und der fand in der Uni Greifswald und der Hochschule Neubrandenburg Partner, die den Streit mit wissenschaftlichen Methoden ein für allemal beenden wollen.  

Studenten waren im April am Stein. Mit neuester Messtechnik. „Und dennoch können wir nach der Aufbereitung der Messdaten momentan noch immer nicht exakt sagen, wie groß der Stein am Klosterberg nun tatsächlich ist. Wir haben das Oberflächenmodell, aber wir wissen nicht, wie viel von dem Stein noch im Untergrund verborgen liegt. Unsere Technik ist zwar in der Lage, die Unterseite des Steins zu erfassen, nicht aber seine Rundungen und Ecken unterhalb der Erdoberfläche“, schildert die Greifswalder Wissenschaftlerin Grit Büttner das Problem.

Bessere Möglichkeiten in Neubrandenburg

Es bestehe also durchaus die Möglichkeit, dass der Granit doch nicht so groß ist, wie bislang angenommen. Sie habe nun alle Daten zur „Mächtigkeit des Großen Steins mittels Georadar“ ausgewertet und an die Hochschule Neubrandenburg weiter geleitet. Im Bereich Geodäsie dort gebe es bessere Voraussetzungen über ein mathematisches Abschätzungsverfahren die Größe des Steins zu ermitteln, sagt die Wissenschaftlerin.

Prof. Wilhelm Heger, zuständig für praktische Geodäsie und Instrumententechnik an der   Hochschule Neubrandenburg, muss aber auch Einschränkungen machen. Die Hochschule könne auch nur die Oberfläche des Steins berechnen. Um im Erdboden versteckte Steinmassen zu vermessen, habe sie kein Bodenradar. Inzwischen sei aber ein 3-D-Modell mit einem Maßstab von 1:100 vom Findling visualisiert worden, das den Greifswaldern zur Verfügung gestellt werde.

Um die Mächtigkeit des bedeutenden Altentreptower Steinriesens zu ermitteln, hat der Förderverein der Neubrandenburger Hochschule extra finanzielle Mittel locker gemacht.

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