Neubrandenburger hofft vergeblich auf Weihnachtsfrieden:

Rotlicht-Sünder kommt nicht um Bußgeld und Verbot herum

Bei Rot über die Ampel – das geht auch in der Weihnachtszeit nicht. Egal, ob der rote Blitz einen Fahrer in Stadt oder Land erwischt.

Bei Rot über die Ampel: Da schlägt der Blitz zu. Ein Autofahrer wollte sich jetzt auf den vom Landrat verkündeten Weihnachtsfrieden berufen. Damit kam er aber nicht durch.
Oliver Berg Bei Rot über die Ampel: Da schlägt der Blitz zu. Ein Autofahrer wollte sich jetzt auf den vom Landrat verkündeten Weihnachtsfrieden berufen. Damit kam er aber nicht durch.

So weit geht der Weihnachtsfrieden denn doch nicht. Ein Neubrandenburger hatte sich durch den kurz vor Weihnachten von Landrat Heiko Kärger (CDU) verkündeten Frieden an der Blitzerfront Verschonung erhofft, nachdem er kurz vorm Fest bei roter Ampel fotografiert worden war. Doch sein Verweis auf die Ankündigung des Kreises hat ihm nichts genützt. Die Stadt brummte ihm 100 Euro Bußgeld plus Gebühren, Punkte und Fahrverbot auf, wie er erzählt.

Es war am 20. Dezember, als der Neubrandenburger an der Y-Kreuzung „noch knapp bei roter Ampel“ fuhr und geblitzt wurde. Nach Auskunft aus der Verwaltung sei er 2,3 Sekunden nach Umschalten auf Rot über die Kreuzung gefahren. Die Post von der Stadt kam allerdings nicht mehr in der Weihnachtszeit, sondern erst im neuen Jahr, wie er erzählt. Mit dem Anhörungsbogen habe er ans Ordnungsamt auch eine Kopie des Artikels aus dem Nordkurier geschickt, in dem der Landrat den Weihnachtsfrieden verkündete. Doch darauf ging man bei der Stadt nicht ein und schickte ihm inzwischen den Bußgeldbescheid. Auf Nachfrage sei ihm beim Ordnungsamt gesagt worden, dass das, was der Landrat für den Kreis gesagt habe, nicht für die Stadt gelte. „Aber die Stadt liegt doch mitten im Kreis, wir sind doch die Kreisstadt“, kritisiert er.

Weihnachtsfrieden bedeutet nicht Wildwest

Der stellvertretende Oberbürgermeister Peter Modemann bekräftigt auf Nachfrage, dass der Landrat nur für das Ordnungsamt des Kreises spreche und nicht für das der Stadt. „Aber abgesehen davon heißt Weihnachtsfrieden doch nicht, dass zwischen Weihnachten und Neujahr Wildwest herrscht. Das ist doch kein rechtsfreier Raum“, betont er.

Außerdem habe der Landrat für die Weihnachtszeit lediglich gesagt, man stelle die mobile Geschwindigkeitsüberwachung ein und verschicke keine Bescheide, so Jörg Schmiedel, Abteilungsleiter Ordnung und Gewerbe im Rathaus. Von Rotlicht-Blitzern sei nicht die Rede gewesen. „Die Starenkästen waren auch trotzdem an, auch im Kreis“, weiß er. Dazu komme: Nach 2,3 Sekunden Rot noch zu fahren, das sei ein „qualifizierter Rotlichtverstoß. Das ist schon gefährlich, dafür gibt es keine Amnestie. Da setzt sich ja schon der Querverkehr in Bewegung“, erklärt er.

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