Dolmetscher hilft neuen Mietern :

Schafe schlachten verboten

Gut, dass es Mohamed Abid gibt. Der Tunesier, der seit 13 Jahren in Neubrandenburg lebt, übersetzt Mietverträge und Hausordnungen aus dem Deutschen ins Arabische.

Mohamed Abid (links) bei einer Wohnungsübergabe in Neubrandenburg. 
Matthias Trenn Mohamed Abid (links) bei einer Wohnungsübergabe in Neubrandenburg. 

Die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges geht einen ungewöhnlichen Weg, Flüchtlingen das zu vermitteln, was diese als Mieter der Neuwoges wissen müssen. Mohamed Abid hat die Aufgabe übernommen, Flüchtlinge aus Syrien und anderen arabischen Ländern über die Regeln als Mieter zu informieren. Keinen Lärm machen, regelmäßig den Müll raus bringen und vorher trennen und - ganz wichtig - keine Schafe in der Wohnung schlachten, zum Beispiel.

Der 44-Jährige arbeitet als Dolmetscher in dem Unternehmen und sorgt für die Verständigung mit neuen Mietern. "Ich weiß, wie es ist, nach Deutschland zu kommen, eine neue Kultur kennen lernen zu müssen und die Sprache nicht zu beherrschen", so der Mann, der in seiner Freizeit beim SV Cölpin in der Fußball-Landesklasse dem runden Leder hinterher rennt. Bei der Neuwoges sind derzeit vier Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge vermietet.

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Kommentare (6)

Gibt es etwas, dass ich nicht weiß? Wurde die Neuwoges von einem Scheich aufgekauft? Oder wieso werden Hausordnungen und Mietverträge aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt? Sollte es nicht eher andersherum sein? Bitte klärt mich auf!

Danke für den Hinweis! Ich habe die falsche Wortstellung korrigiert. Sie haben natürlich völlig recht. Die Verträge werden vom Deutschen ins Arabische übersetzt. Mit freundlichen Grüßen, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

Richtig ist das man den Menschen sagt was sie dürfen und was nicht so gern gesehen ist. Vielleicht orientiert man sich an einem Schreiben einer westdeutschen Region wo man den Neuankömmlingen in mehren Sprachen ein Infoblatt zukommen lässt wo das wichtigste steht.... Hier der Wortlaut aus dem Internet: „Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann! Willkommen in Deutschland, willkommen in unseren Ort. Viele von Ihnen haben Schreckliches durchgemacht. Krieg, Lebensgefahr, eine gefährliche Flucht durch die halbe Welt. Das ist nun vorbei. Sie sind jetzt in Deutschland. Deutschland ist ein friedliches Land. Nun liegt es an Ihnen, dass sie nicht fremd bleiben in unserem Land, sondern ein Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Einwohnern erleichtert wird. Eine Bitte zu Beginn: Lernen sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache, damit wir uns verständigen können und auch sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können. In Deutschland leben die Menschen mit vielen Freiheiten nebeneinander und miteinander: Es gilt Religionsfreiheit für alle. Frauen dürfen ein selbstbestimmtes Leben führen und haben dieselben Rechte wie die Männer. Man behandelt Frauen mit Respekt. In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen. Man betritt kein Privatgrundstück, keine Gärten, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört. Auch stiehlt man nicht der Bauern Tiere, um sie zu Hause zu töten und zu verzehren. Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben! Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer. Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg. In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet. In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet. Auch wird es hier für die Toilettenspülungen benutzt. Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind. Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hier zu Lande üblich, diese sauber zu hinterlassen. In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Nach 22.00 Uhr verhält man sich dementsprechend ruhig, um seine Mitmenschen nicht zu stören. Auch für Fahrradfahrer gibt es bei uns Regeln, um selbst sicher zu fahren, aber auch keine anderen zu gefährden. (Nicht auf Gehwegen fahren, nicht zu dritt ein Rad benutzen, kaputte Bremsen reparieren und nicht mit den Füßen bremsen). Fußgänger benutzen bei uns die Fußwege oder gehen, wenn keiner vorhanden, hintereinander am Straßenrand, nicht auf der Straße und schon gar nicht nebeneinander. Ihre Betreuer erläutern gern, die in Deutschland geltenden Verkehrsregeln. Wenn Sie sie nicht einhalten, machen Sie sich strafbar. In unserem Land herrscht Rechtsverkehr! Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen. Mädchen und junge Frauen fühlen sich durch Ansprache und Erbitte von Handy-Nr. und Facebook-Kontakt belästigt. Bitte dieses deshalb nicht tun! Auch wenn die Situation für sie und auch für uns sehr beengt und nicht einfach ist, möchten wir sie daran erinnern, dass wir sie hier bedingungslos aufgenommen haben. Wir bitten sie deshalb, diese Aufnahme wert zu schätzen und diese Regeln zu beachten, dann wird ein gemeinsames Miteinander für alle möglich sein.“ Auch so kann Integration einen guten Weg für alle nehmen...

Hoffentlich war dieses von Ihnen zitierte und vor Ressentiments strotzende Pamphlet eines fränkischen Bürgermeisters, in dem Flüchtlinge als potentielle Diebe, Umweltverschmutzer und Frauenbelästiger verdächtigt werden, nicht wirklich Vorlage für das Schreiben der Wohnungsgesellschaft.

Folgenden Guide hatten wir bereits in der Zeitung vorgestellt, deswegen reiche ich ihn hier als kurzen Linktipp nach: http://www.refugeeguide.de/. Viele Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

Ja, so begannen schon immer Liebesbriefe in Deutschland. Die Integration von Fremden wurde bereits mit der Anrede erfolgreich umgesetzt. Darf man jetzt vor Büschen und hinter Hecken Notdurft verrichten? Seit wann herrscht in Deutschland Rechtsverkehr? Auf den Wahlzetteln habe ich noch nirgends gesehen, das man Rechtsverkehr wählen hätte können.