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Schon wieder brennt es lichterloh

VonAnett SeidelDie Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Region kommen nicht zur Ruhe.Erneut ruft die Sirene zum Einsatz. Jetzt löschen über 100 ...

Immer noch mit Atemschutzmasken unterwegs: Noch Stunden nach dem Großbrand in Brunn mussten die Feuerwehrleute Glutnester löschen. Es sollte verhindert werden, dass die Nachbarhäuser in Mitleidenschaft gezogen werden.  FOTOs: A. Seidel

VonAnett Seidel

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Region kommen nicht zur Ruhe.
Erneut ruft die Sirene zum Einsatz. Jetzt löschen über 100 Ehrenamtliche ein
Einfamilienhaus in Brunn. Ein Feuerwehrmann wird
dabei verletzt.

Brunn.Die Atemschutzmasken und die Sauerstoffflaschen konnten die Feuerwehrmänner selbst Stunden nach dem Brand nicht abnehmen. Umschichtig machten sie sich immer wieder auf den Weg in ein Einfamilienhaus in Brunn, um dort Glutnester zu löschen. Nach dem Kampf gegen die Flammen ist den Kameraden die Erschöpfung anzusehen. „Aber die Brandwache kann sich noch hinziehen“, waren sich die Feuerwehrleute vor Ort einig. Immer wieder stieg Qualm aus dem Dach des Hauses.
Am Montagabend meldeten Anwohner den Brand im Brunner Hohlweg. Dort stand der Dachstuhl eines unbewohnten, aber sanierten Hauses in Flammen. Über 100 Kameraden sorgten dafür, dass das Feuer nicht auf die Nachbarwohnungen überschlug. Ein Großaufgebot an Feuerwehren aus der Region rückte an: „Die Wehren aus Friedland, Burg Stargard, Altentreptow, Neubrandenburg und alle Feuerwehren des Amtes Neverin waren im Einsatz“, betont Thomas Kunick, stellvertretender Amtsbrandmeister im Amt Neverin. Die Kameraden versuchten, im Inneren des Hauses zu löschen. Dabei verletzte sich ein Feuerwehrmann, als eine Zwischendecke in dem brennenden Haus einstürzte. Der ehrenamtlich Aktive wurde sofort ins Neubrandenburger Klinikum gebracht. Er hatte Glück im Unglück. Das Krankenhaus konnte der Feuerwehrmann nach einer ambulanten Behandlung wieder verlassen, heißt es dazu aus dem Klinikum.
In dem Haus hat niemand gewohnt und seit dem Feuer ist dies auch nicht mehr möglich. Die Flammen haben den Dachstuhl zerstört. Von der unteren Etage ist der Blick vorbei an verkohlten Balken in den Himmel frei. Wie hoch der Schaden an dem Haus ist, konnte gestern noch nicht beziffert werden, informiert die Polizei.
Den Nachbarn stand auf jeden Fall der Schreck ins Gesicht geschrieben. Das abgebrannte Haus ist Teil einer Art Reihenhauskomplexes. Die Rauchentwicklung wurde für die Nachbarn so stark, dass sie ihre eigenen vier Wände in der Nacht verlassen mussten. Dankbar zeigten sie sich, dass ein Nachbarin sie sofort aufgenommen hat. Bis gestern Mittag war die Dorfstraße in Brunn noch halbseitig gesperrt. „Die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen“, so die Polizei, die Brandstiftung nicht ausschließt.
Die Freiwilligen Feuerwehren indes kommen nicht zur Ruhe. Die Schläuche drohen knapp zu werden. In der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neuendorf steht die Schlauchwaschmaschine nicht still. „Großeinsätze hatten wir immer mal, aber nicht in so kurzen Abständen“, sind sich die Kameraden vor Ort einig. Harte Arbeit für die Ehrenamtlichen: Erst am Wochenende waren rund 150 Kameraden beim Brand in Bargensdorf im Einsatz. Dort hatte es bereits das dritte Mal seit 2009 auf dem Recyclinghof gebrannt (der Nordkurier berichtete). Brandursachenermittler hatten bereits zu Beginn der Woche bekannt gegeben, dass es sich dabei um Brandstiftung gehandelt hat.

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