Studenten untersuchen Fahreignung von Rentnern:

Sind Senioren hinterm Steuer ein Risiko?

Drei Studenten der Neu­brandenburger Hochschule beschäftigten sich mit der Fahreignung der Generation 65 plus. Sie ließen in ihrer Arbeit Experten der verschiedensten Bereiche zu Wort kommen.

Die Fähigkeiten von Senioren im Straßenverkehr wurden an der Hochschule Neubrandenburg untersucht.
Felix Kästle Die Fähigkeiten von Senioren im Straßenverkehr wurden an der Hochschule Neubrandenburg untersucht.

Ist die Fahreignung bei den über 65-Jährigen überhaupt noch gewährleistet? Sind Senioren verhältnismäßig oft in Unfälle verwickelt? Wiebke Gensich, Steven Müller und Svenja Schiel wollten sich bei der Beantwortung dieser Fragen nicht auf das Gefühl verlassen. Die drei Studenten des Studienganges Management im Sozial- und Gesundheitswesen an der Neubrandenburger Hochschule näherten sich diesem Thema zusammen mit ihrem Professor, Roman F. Oppermann, im Rahmen einer Forschungsarbeit.

Schon jetzt ist knapp ein Viertel der Einwohner im Land über 65 Jahre alt. Der Landkreis Seenplatte ist im Vergleich zu anderen Kreisen in dieser Altersklasse Spitze. Und der Anteil wird weiter steigen. Viele Ältere leben auf dem Land und sind deshalb auch auf ein Auto angewiesen. Hans Asmus (66 Jahre) zum Beispiel lebt mit seiner Frau in Neuendorf. „Wir brauchen das Auto“, sagt der Senior. In Neubrandenburg wird eingekauft und dort befindet sich auch der Arzt. Auch für die ehrenamtliche Arbeit im Seniorenbeirat der Viertorestadt ist für Hans Asmus das Auto notwendig.

Fahranfänger verursachen häufiger Unfälle

Der Seniorenbeirat will sich am 10. Februar mit der wissenschaftlichen Arbeit zum Verhalten von älteren Menschen im Straßen­verkehr beschäftigen. Die Studenten und ihr Professor wollen an diesem Tag Rede und Antwort stehen. Nicht ältere Autofahrer, sondern Fahrzeugführer, die sich überschätzen und Defizite nicht einsehen, seien die Hochsicherheitsrisikogruppe im Straßenverkehr, heißt es. Es gibt Untersuchungen eines Automobilklubs, dass es häufiger die Fahranfänger sind, die Unfälle verursachen.

Da aber in Deutschland Führerscheine auf Lebenszeit ausgestellt werden, ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung der älteren Kraftfahrer nötig. So sehen es verschiedenen Experten, die die Studenten befragten. Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Fahreignung zeigte, dass die 65-Jährigen nicht zur Risikogruppe gehören. Das trifft eher auf die 75-Jährigen zu. Ab diesem Alter nimmt die Unfallgefahr deutlich zu. Das Sehen und Hören funktioniert mitunter nicht mehr so wie früher, auch die Bewegung ist mehr und mehr eingeschränkt. Der notwendige Blick über die Schulter zum Beispiel beim Ausparken gelingt nicht mehr richtig.

Kommentare (4)

Die zielgruppe der fahranfänger bis 30 jahre ist doch die größte risikogruppe im verkehr. rücksichtslosigkeit, alkohol, raserei und überheblichkeit zeichnen diese gruppe aus und nicht die 65+ generation. das problem sollte mal untersucht werden von der hochschule. 65+ zeichnet aus ,das sie jahrelang den anforderungen mitgewachsen sind, ihr vorrausschauendes fahren nicht im geringsten von den jungen nachempfunden werden kann. man schaue sich nur mal die verkehrsunfallstatistik an die in lebensjahren mit dem exitus an straßenbäumen endet. die ältere generation ist sich des führerscheins bewusst, den sie zum überleben auf dem von staatlicher seite angeordenten leben auf dem lande benötigt.....

Habe mir mal die verschiedensten Unfallstatistiken angesehen. (z.B. http://m.focus.de/auto/news/studie-zur-unfallstatistik-von-autofahrern-mit-hoeherem-alter-steigt-das-risiko_aid_972045.html) Hm!? Was soll ich sagen? Getroffene Hunde bellen? Allzeit gute Fahrt (oder besser nicht)

"von staatlicher seite angeordenten leben auf dem lande" Ernsthaft?

Ähnlich, wie ein Auto zum TÜV muss, sollten Fahrer regelmäßig eine Tauglichkeitsprüfung + Erste Hilfe absolvieren. Dann sind nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Fahrer fit.