Bundeswehr-Reform:

Soldaten sagen leise Servus

Abschied ist ein scharfes Schwert: Nach 75 Jahren zieht sich das Militär aus Fünfeichen zurück. Das Feldjägerbataillon 151 wird zuerst aufgelöst, die Fernmelder folgen. Was bleibt?

Zum Tag der offenen Tür in der Kaserne Fünfeichen konnte auch der Fuhrpark begutachtet werden.
S. Haerter Zum Tag der offenen Tür in der Kaserne Fünfeichen konnte auch der Fuhrpark begutachtet werden.

Von Wehmut ist in Fünfeichen nicht viel zu spüren. Zumindest nicht sichtbar. Dabei ist hier gerade nicht mehr und nicht weniger als der Anfang vom Ende des Militärstandortes eingeläutet worden: Ende des Monats wird das hier stationierte Feldjägerbataillons 151 aufgelöst, und zum 31. März 2016 ist dann auch das ebenfalls hier ansässige Fernmeldebataillon 801 Geschichte. So hat es das Verteidigungsministerium vor zwei Jahren beschlossen, und so wird es gemacht.

Knapp die Hälfte der 1160 Soldaten, die in Neubrandenburg stationiert waren, ziehen ab, der Rest wird sich auf den Standort Tollensekaserne im Stadtgebiet konzentrieren, wo bereits kräftig für die neue Struktur umgebaut wird. Dorthin zieht der Stab der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“, die derzeit noch in Torgelow stationiert ist.

75 Jahre, nachdem die letzte Besitzerin des ehemaligen Gutes Fünfeichen, Olga von Maltzahn, das Gelände an die Wehrmacht verkauft hatte, endet damit die überaus wechselvolle Militärgeschichte des kleinsten Neubrandenburger Stadtteils. Dann kann die sogenannte Konversion beginnen, also die Umwandlung militärischer in zivile Liegenschaften. „Aber das ist eine Baustelle zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Landkreis“, sagt Oberstleutnant Frank Töpfer, der Standortälteste Neubrandenburg.

Für Neubrandenburg und das Umland wird der Abzug vermutlich spürbarer: „Für die ganze Region ziehen diese Standortentscheidungen Einschnitte nach sich. Für zahlreiche Dienstleistungsunternehmen sowie für viele Lebensbereiche in unserer Stadt, wie zum Beispiel den Kultur- und Sportbereich, ist der Abzug der Bundeswehr mit starken Verlusten verbunden“, so Oberbürgermeister Paul Krüger.

Doch da Befehl nun mal Befehl ist, gibt es beim Tag der offenen Tür in der Kaserne Fünfeichen auch keine Krokodilstränen zu besichtigen. Beide Bataillone hatten zum Tag der offenen Tür geladen, um „Dankeschön zu sagen, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und ihnen Einblicke in unsere Arbeit zu geben“, wie Oberstleutnant Frank Töpfer sagte.

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