Baum weicht neuem Haus:

Sorge um das Grün auf dem Hof wächst

In der Greifstraße wird gebaut - das heißt, dass einige Bäume dort weg müssen. Die Nachbarn sind erschrocken und verärgert, weil sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Eva Klöpsch hat von ihrem Balkon aus die Baustelle im Blick und sorgt sich gemeinsam mit anderen Anwohnern um das Grün im Viertel. 
Anke Brauns Eva Klöpsch hat von ihrem Balkon aus die Baustelle im Blick und sorgt sich gemeinsam mit anderen Anwohnern um das Grün im Viertel. 

Eva Klöpsch blickt vom Balkon ihrer Wohnung in der Greifstraße. Sie lebt schon lange dort mit ihrem Mann Heiner. „Das Wohngebiet ist wirklich schön, aber was die hier schon an Grün weggenommen haben“, sagt sie. Jetzt beobachten Eva Klöpsch und andere Anwohner vor allem, was sich mit dem Bauvorhaben Greifstraße 90a verändert, wo gerade eins von geplanten fünf Doppelhäusern entsteht. Auf dem Areal sei schon eine ganze Menge Grünes verschwunden, besonders aufgeschreckt hat die Anwohner jetzt die Fällung einer Linde in der Nähe des neuen Hauses.

Heiner Klöpsch hat sich, als er die Fällung beobachtete, sofort ans Umweltamt des Kreises gewandt, dort jedoch keine Auskunft bekommen. Das sei eine Sache zwischen Eigentümern, habe man ihm gesagt. „Was ist denn das für eine Demokratie?“ fragt Eva Klöpsch. Haidrun Pergande, Sprecherin des Landkreises, erklärt auf Nachfrage, dass „Dritte nur Anspruch auf Auskünfte über laufende Verfahren“ haben, „wenn dies gesetzlich vorgesehen ist und die Rechte der Betroffenen nicht verletzt werden. Deshalb konnten dem Bürger zunächst noch keine weiteren Informationen gegeben werden.“ Als die Linde am vergangenen Freitag gefällt wurde, lag die Genehmigung aus dem Umweltamt zwar noch nicht schriftlich vor, war aber schon zugesagt. Es mussten nur noch fehlende Unterlagen eingereicht werden, heißt es vom Kreis. Die Fällgenehmigung sei den Bauherren im Zusammenhang mit einer Baugenehmigung für ein Carport erteilt worden.

Makler Jürgen Pretzel, der für die neuen Doppelhäuser den Verkauf vermittelt, bittet bei den Anwohnern um Verständnis. Wenn neue Häuser gebaut werden, müsse auch mal das eine oder andere Grün weichen, sagt er. Das Bauvorhaben habe das Areal im Gegenzug auch aufgewertet, indem alte Baracken verschwanden, so Pretzel.

Dieter Woike, der in der Greifstraße 94 wohnt, ärgert sich besonders, dass die Anwohner vor vollendete Tatsachen gestellt werden. „Wir hatten nicht den Hauch einer Chance, uns zu wehren. Nun liegt der Baum um und wir können nichts mehr tun“, sagt er. Woike gehört zur Eigentümer- und Hausgemeinschaft im Haus Greifstraße 91 bis 94. Die Baumreihe hinterm Haus, die an den Bauzaun zum neuen Baugebiet grenzt, haben die ersten Bewohner des Blocks in den 60er Jahren gepflanzt, erzählt er. Die Linde ist nun weg, aber die anderen Bäume stehen wohl auf dem Grundstück der Eigentümer- und Hausgemeinschaft.

Die Anwohner hoffen nun, dass nicht noch weitere Gehölze fallen.

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Kommentare (1)

hier in der Stadt. Kaum wird irgendwo gebaut oder Modernisiert prompt fallen auch gleich die ersten Bäume. Und das meistens nur um Platz für die dämlichen Autos zu bekommen. Egal ob in der Innenstadt, Südstadt oder wie jetzt im Vogelviertel. Ich frage mich welches, mit einem Klammerbeutel beschränkte Amt, das alles genehmigt und wo der Ausgleich dafür geschaffen wird. Sollte das Tempo so weitergehen haben wir bald keine grünen Hinterhöfe mehr sondern nur noch Beton. Und wer will das schon. Marko Kardetzky