Entscheidung:

Sozialstation der Kirchgemeinde zieht um

Die Messen für Möllns Sozialstation sind gelesen. Wie und mit welchen Mitteln aber das Pfarrhaus, der Arbeitssitz der Pastorin, saniert werden kann, darüber sollen die Kirchengemeinden selbstständig entscheiden. In Möllns Kirchlein wurde Tacheles geredet.

Möllns Kirche hat etwas Besonderes: Sie ist ohne Glockenturm. 
Christina Weinreich Möllns Kirche hat etwas Besonderes: Sie ist ohne Glockenturm. 

Wovon sich Möllns Kirchengemeindeglieder möglicherweise verabschieden müssen, erfuhren sie am Sonntag auf der Gemeindeversammlung, zu der Pastorin Britta Carstensen, der Gemeindepädagoge Wolfhard Rathke und der Kirchengemeinderat eingeladen hatten.

Kirchenältester Gerd Möller machte keinen Hehl daraus, dass er den Wegzug der Sozialstation Mölln nach Rosenow nicht für richtig halte. Ute Homut, die Leiterin der Sozialstation der Kirchengemeinde Mölln, erklärte den Ortswechsel nach Rosenow: höhere Wirtschaftlichkeit, bessere geografische Lage, mehr Nähe zum Patienten, niedrigere Kosten für den Fuhrpark. Das könne Mölln nicht bieten, wo die Station vor 24 Jahren gegründet wurde.

Ein Verlust für die Gemeinde

Am Standort Rosenow könne auch ein weiteres Angebot unterbreitet werden: Die Tagespflege. „Für die Gemeinde Mölln wird der Wegzug ein Verlust sein, den kann man nicht wegreden“, räumte die Pastorin ein. Die Station sei das Tafelsilber der Kirchengemeinde, die ihr Träger ist, und ihr Aushängeschild.

Gegen eine Verlegung des Pfarrsitzes nach Rosenow konnte sich die Gemeinde erfolgreich wehren. „Es wurde im Kirchengemeinderat heftig darum gerungen und gestritten“, sagte Pastorin Carstensen. Die Sanierung des Hauses koste 437 000 Euro. Geld, das die Gemeinde nicht habe. Alle Bemühungen, einen Träger mit uns Boot zu holen, scheiterten an der Kostenfrage. Für Kirchensanierungen gebe es andere Poole an Geldgebern, auf die man zurückgreifen könne. Nicht so bei Pfarrhäusern. Nun, das Pfarrhaus bleibt in Mölln, betonte die Pastorin. Sie und der Gemeindepädagoge haben dort ihre Büros.